Vor Kulmbacher Gymnasium Protest gegen die Impfung an Schulen

Gabriele Fölsche
Mit Plakaten mahnten Impfskeptiker vor dem Caspar-Vischer-Gymnasium vor den angeblichen Folgen einer Corona-Impfung. Sie befürchten eine Impfpflicht durch die Hintertüre. Foto: Gabriele Fölsche

Im Caspar-Visher-Gymnasium hatten Schüler die Möglichkeit, sich kostenlos testen und impfen zu lassen. Das gefiel einigen Impfskeptikern gar nicht, und protestierten lautstark – einige schossen dabei offenbar über das Ziel hinaus.

Kulmbach - Es sind rund 15 Männer und Frauen aus den Landkreisen Kulmbach und Bayreuth, die sich auf dem Gehsteig vor der städtischen Musikschule aufstellen und Plakate in den Händen halten. Unter dem Motto „Kinder in Gefahr“ sind verschiedene Slogans auf ihnen zu lesen. „Unsere Kinder sind gesund. Auch ohne Corona-Impfung“. Oder: „Lasst uns aufstehen für unsere Kinder und gegen eine Impfpflicht“. Auf den Tafeln wird zudem auf Langzeitschäden und den angeblichen Folgen einer Corona-Impfung hingewiesen.

Die Protestaktion am Montagmittag richtete sich gegen die Aktion „Schule.Sicher!“, mit der der Landkreis Schülern ein kostenloses Test- und Impfangebot am CV-Gymnasium anbietet. Der Beginn des neuen Schuljahres solle dadurch so sicher wie möglich gestaltet werden, so die Verantwortlichen. Gerade nach dem Sommerurlaub sei es wichtig, auf Nummer sicher zu gehen und schon vor dem ersten Schultag einen PCR-Test zu machen. Deshalb bringe der Landkreis das Angebot direkt in die Schulen.

Skeptiker fürchten Impfpflicht durch die Hintertüre

Die Demonstranten sind anderer Meinung und machen ihrem Ärger Luft. Barbara Ruckdeschel, die zur Demo-Gruppe gehört, sagt: „Ich bin gegen eine Impfung von Kindern, die in der Schule stattfindet. Eltern und Kinder können dort nicht richtig aufgeklärt werden, weil ein Facharzt fehlt“, sagt sie. Die Frau aus dem Landkreis Kulmbach ist überzeugt, dass die Öffentlichkeit nicht vollständig aufgeklärt werde, sowohl über Nebenwirkungen als auch über Impftote, die ihrer Meinung nach in weit größerer Anzahl existieren, als bekannt gegeben wird. Was sie sich wünschen würde, ist ein offener Diskurs zwischen Politik und der Wissenschaft. „Es geht schließlich um die Zukunft unserer Kinder.“ Was sie nicht versteht ist, dass bereits jetzt PCR-Tests angeboten werden, obwohl die Schule doch erst in zehn Tagen beginnt.

Sollte die Regelung getroffen werden, dass Kinder ab zwölf Jahren die Entscheidung über eine Impfung selbst treffen können, ist Barbara Ruckdeschel überzeugt, dass sie dazu noch nicht in der Lage wären. „Ich bin überzeugt, dass die Impfstoffe noch nicht genügend erforscht sind, wenn man bedenkt, dass die Entwicklung und Zulassung normalerweise acht bis zehn Jahre dauert.“

Martin Freudenberg ist selbst Vater und hat einen achtjährigen Sohn, der zur Schule geht. Seine Überzeugung: „Für Kinder ist Corona nicht gefährlich.“ Durch die Test- und Impfmöglichkeiten an Schulen würden die Kinder nur dem Druck ihrer Mitschüler ausgesetzt.

Angelika Gigauri hält es für unverantwortlich Kinder zu impfen. „Spätfolgen, wie zum Beispiel Herzmuskelerkrankungen bei Jungen, sind derzeit nicht abzusehen“, betont sie. Die Kulmbacherin hält ein gesundes Immunsystem für sinnvoller als eine Corona-Impfung. Es sei für Gigauri Zeit, dass Kinder wieder soziale Kontakte pflegen können und nicht länger dem Stress ausgeliefert sind, der ihnen derzeit begegnet. Sie sagt: „So wie die Regeln derzeit sind, ist das eine Impfpflicht durch die Hintertür.“

Für Unmut sorgte hingegen das Verhalten einiger Demonstranten. Ein Kind, das sich in der Schule testen lassen wollte, wurde von den Anwesenden massiv bedrängt, sich nicht testen zu lassen. Dem 11-jährigen Mädchen blieb nichts übrig, als sich Hilfe suchend an seine Mutter zu wenden, die sie daraufhin in die Schule begleitete.

Durchwachsener Start der Aktion „Schule.Sicher!“

Relativ schleppend ist der erste Tag gelaufen, an dem der Landkreis Kulmbach an Schulen (wie berichtet) die Möglichkeit zu PCR-Tests und auch zu Impfungen angeboten hat. Kathrin Limmer vom Landratsamt berichtet, es seien bei dem ersten Termin aus einer ganzen Reihe, diesmal im CVG, zwar immer Menschen dagewesen. Schlangen hätten sich aber nicht gebildet. „Das Angebot wurde wahrgenommen“, freut sich Kathrin Limmer dennoch. Nach ihrer Einschätzung dürfte in den Schulen im Landkreisgebiet aber mehr los sei, denn die Kulmbacher können sich sowohl im Test- wie auch im Impfzentrum jederzeit einfinden. Was Kathrin Limmer besonders gefreut hat: Auch das Angebot, sich in der Schule gegen das Coronavirus impfen zu lassen, wurde angenommen. Die Bilanz am Ende hat dann der Leiter des Impfzentrums, Marcel Hocquel, gezogen: 28 Tests wurden abgenommen, sieben Impfungen verabreicht.

Am heutigen Dienstag sind von 9 bis 12 Uhr an der Thurnauer Schule Tests und Impfungen möglich. Am Nachmittag sind die Teams jeweils von 13 bis 16 Uhr in der Neudrossenfelder Schulturnhalle und in der Max-Hundt-Schule in Kulmbach.

 

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