Vor Videoüberwachung Böhm will illegalen Müll erfassen lassen

Immer wieder hitzig diskutiert: illegal entsorgter Müll an den Wertstoffinseln. Foto: Archiv

Die Stadt prüft, ob sie die Wertstoffinseln künftig mit Kameras überwachen kann. Piraten-Stadtrat Michael Böhm befürchtet, dass der illegale Müll dann einfach anderswo im Straßengraben landet. Er hat einen Vorschlag, wie man herausfinden könnte, ob Kameras die Sache besser oder schlechter machen.

Hof - „Eine Videoüberwachung der Müllcontainer-Sammelstellen kann dazu führen, das illegale Müllablagerungen an den überwachten Stellen zwar abnehmen, dafür aber in den unüberwachten Raum wandern. Die Entsorgung des Mülls von dort ist für die Stadt noch kostenintensiver.“ Das schreibt Piraten-Stadtrat Michael Böhm in einem Antrag, den er am Dienstagabend ans Rathaus geschickt hat. Hintergrund ist eine seit Jahren heiß diskutierte Sache.

In regelmäßigen Abständen berichten Stadträte und andere Betroffene von Wertstoffinseln im Stadtgebiet, die vor Müll nur so strotzen. Da geht es wohlgemerkt nicht um volle Container oder Leerungsintervalle, sondern um Müll, Unrat und Sperrmüll, den die Hofer unrechtmäßig neben den Containern entsorgen. Hinweise darauf kamen schon aus vielen politischen Richtungen, die CSU hatte, wie berichtet, einen Antrag auf Videoüberwachung der Plätze gestellt. Momentan prüft die Stadt, ob das möglich ist und wie man das umsetzen könnte. Stadtrat Michael Böhm hält es für zweifelhaft, dass damit das Problem gelöst wäre.

„Illegale Müllablagerungen haben verschiedene Gründe“, schreibt er in seinem Antrag. Dazu gehörten Unwille, aber auch Unwissenheit und Unfähigkeit (beispielsweise durch einen fehlenden fahrbaren Untersatz). So bittet er einerseits, neben den Sammelstellen mehrsprachige Informationstafeln mit Nutzungsregeln anzubringen. „Ebenso möge ein mehrsprachiges Bürger-Informationsblatt dazu aufgelegt werden.“ Viel weiter geht aber seine Bitte in Sachen Müll selbst.

„Die Verwaltung möge die illegalen Müllablagerungen im Stadtgebiet so erfassen, dass eine Identifikation von Ort und Menge möglich ist, und dass Wanderungsbewegungen über die Zeit identifiziert werden können“, schreibt er. Soll heißen: Würde man jetzt damit beginnen, die illegal abgeladenen Müllmengen zu erfassen, könnte man nach der Errichtung einer Videoüberwachung feststellen, ob die Hofer dadurch häufiger Silberberg und Co. aufsuchen – oder, ob sie ihren Müll dann schlichtweg außerhalb der Kamera-Sichtweite in den Straßengraben werfen. red

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