Vorbildliche Dorferneuerung Ein gelb leuchtendes Schmuckkästchen

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In sonnigem Gelb und mit schön angelegten Terrassen und neu gestalteten Parkplätzen präsentiert sich der alte „Grüne Baum“ heute als Vorzeigeobjekt der Dorferneuerung. Davon begeistert sind auch Anja Busl von der Abteilung Hochbau, Oberbürgermeister Oliver Weigel und Bauamtsleiter Stefan Büttner mit Hund Alf (von links). Foto: /Peggy Biczysko

Der „Grüne Baum“ in Lorenzreuth ist der neue Treff für die Bürger. Am 1. Juli gibt es einen Blick hinter die Kulissen. Die restaurierte Turnhalle ist bereits in Betrieb.

Er ist wirklich nicht mehr wiederzuerkennen, der „Grüne Baum“ in Lorenzreuth. Wo einstmals sonntags legendäre Knödel mit köstlichem Braten in einem in die Jahre gekommenen Ambiente serviert wurden, sollen sich nach einiger Zeit des Leerstands künftig alle Bewohner wieder wohlfühlen. Alle. Weil hier das neue Dorfgemeinschaftshaus entstanden ist, das in Kürze fertig saniert sein wird. Welch Schmuckstück in dem Ortsteil entstanden ist, davon können sich bei der feierlichen Eröffnung am 1. Juli alle Bürger, natürlich auch die Marktredwitzer, ein Bild machen.

Denkmalgeschützt

Rückblende: Die hässlichen Platten in verwaschenem Grau waren alles andere als ein Blickfang. Der Anbau mit der Turnhalle in blassem Gelb mit der großen zweiflügeligen Holztür genauso wenig. Auch der Hof mit dem aufgerissenen Asphalt, auf dem die Autos der Gäste fast bis vor der Haustür parkten, war definitiv kein Ruhmesblatt. Hinter dem Haus, wo es wirklich schöne Bogenfenster gab, die keiner sehen konnte, wucherte ein regelrechter Urwald. Und die Zufahrt übers Rieß-Bergl war die reinste Löcherpiste. Kurzum: ein Fall für die Abrissbirne.

Doch das war nicht möglich, zumal das Gebäude-Ensemble denkmalgeschützt ist. Also suchte die Stadt nach einer sinnvollen Nutzung. Und fand sie. Weil die äußerst aktive Dorfgemeinschaft dringend Raum benötigte, um verschiedenste Veranstaltungen durchführen zu können, stand der Plan bald fest. Und jetzt ist es nahezu fertig, das Dorfgemeinschaftshaus für Bürger und Vereine sowie für die Jugendlichen.

Teilsanierung

Was daraus geworden ist: 700 000 Euro hat die Stadt in die Sanierung gesteckt, wovon 90 Prozent gefördert worden sind. „In Lorenzreuth haben wir jetzt viele Projekte umgesetzt“, blickt Oberbürgermeister Oliver Weigel zufrieden um sich. „Die neue Dorfmitte ist super geworden und wurde echt aufgewertet. Und dann haben wir uns noch die alten Gaststätten ,Grüner Baum’ und ,Einhorn’ vorgenommen. Jetzt sind wir nahezu durch.“

Während Anja Busl von der Abteilung Hochbau und ihr Chef, Bauamtsleiter Stefan Büttner, zusammen mit Weigel die neuen Räume staunend unter die Lupe nehmen, wird in einigen Bereichen noch ordentlich gebohrt und gehämmert. Aus wirtschaftlichen Gründen, so Weigel, könne die Stadt hier jedoch keine Komplettsanierung umsetzen. „Wo es möglich war, haben wir Baumängel beseitigt und alte Einbauten ertüchtigt und renoviert.“ Manches ist aber ganz neu. Künftig können hier von Treffen des Obst- und Gartenbauvereins bis zu Bürgerversammlungen alle Aktivitäten stattfinden.

Großzügige Terrassen

Intensive Nutzer sind die Sportler. „Die barrierefrei erreichbare Halle ist schon in Betrieb“, sagt Anja Busl. „Die Scheune links von der Gaststätte haben wir abgerissen“, deutet Büttner dafür auf acht neu angelegte Parkplätze, die den gesamten Vorplatz viel luftiger wirken lassen. Und das Rieß-Bergl ist frisch asphaltiert, die Löcherpiste Geschichte. Großzügige Terrassen vor dem in leuchtendem Gelb gestrichenen Anwesen, das nicht mehr wirkt wie Flickschusterei, laden künftig zur geselligen Runde im Freien.

Fensterbögen freigelegt

Die Fenster sind freundlich in Weiß eingefasst. Und nicht nur das. Jahrelang waren die schönen Bögen unter Putz versteckt, jetzt haben die Planer der Stadt sie wieder freigelegt – so wie die Fenster auf der Rückseite. Die Fassade hinten kann man jetzt auch wieder sehen, nachdem der Dschungel komplett ausgelichtet worden ist. „So einen Blick hatten wir von hier noch nie“, meint staunend Oberbürgermeister Weigel.

Die Halle ist mit neuen Fenstern versehen, und die Jugend kann sich auf einen wunderschönen Raum freuen. „Die kommen hier in dem böhmischen Gewölbe unter.“ Gleich daneben befindet sich im Erdgeschoss ein Vereinsraum, der für Ortsteilversammlungen ebenso genutzt werden kann wie als Wahllokal. Ein kleinerer Vereinsraum dient für Veranstaltungen aller Art. Von der Teeküche aus können die Besucher versorgt werden. „Doch leider erst ab Herbst“, bedauert Anja Busl. „Die Lieferzeiten sind im Moment unglaublich. Wir hatten die Küche im Februar bestellt.“ Positiv hingegen ist laut Busl, dass trotz der Pandemie die Kosten im Rahmen geblieben sind. Zudem habe der Bauhof viele Arbeiten am neuen Dorfgemeinschaftshaus übernommen.

Bevölkerung willkommen

Im Obergeschoss befindet sich der einstige stattliche Gasthaus-Saal, der künftig der Kinder- und Jugendarbeit dienen soll. Archiv- und Besprechungsräume für Vereine stehen hier ebenfalls zur Verfügung.

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