Der Spitzenkandidat der AfD in Thüringen, Björn Höcke, gelte als gesichert rechtsextrem. Höcke habe seine innerparteiliche Machtposition trotz einiger Widerstände – 2017 gab es ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn – ausbauen können. Seit 2020 werde er vom Bundesamt für Verfassungsschutz überwacht. Trotz eindeutig rassistischer und antisemitischer Äußerungen stelle die AfD Kandidaten wie Petr Bystron oder Maximilian Krah ohne innerparteilichen Widerspruch für offizielle Ämter auf. In Wahlkämpfen setze die Partei bewusst und gehäuft auf Grenzüberschreitungen in Form von menschenverachtenden Positionen, „auf die die Taktik der Gewöhnung und der Selbstverharmlosung“. In Talkshows und Interviews stelle sie sich jedoch als grundgesetzkonform dar oder inszeniere sich als Opfer. „Aber eine Partei, die die Demokratie abschaffen will, ist kein Opfer“, führte Cremer aus. Es sei bei der AfD wie bei einem Fußballspieler, der fortwährend foult, sich aber lautstark darüber beschwert, wenn er vom Platz gestellt wird.