Was Gegenwind bewirken könnte
Die ganze Rüstungsbranche boomt, den Rüstungsmanagern werden viele Militärprodukte praktisch aus den Händen gerissen. Sparzwänge hat der Bund nicht, denn die Schuldenbremse gilt für den Verteidigungsbereich nur teilweise. Die Geschäfte sind hochprofitabel, wie man auch an den rasant gestiegenen Aktienkursen der Waffenfirmen sehen kann: Finanzanalysten und Anleger versprechen sich jetzt und auch zukünftig hohe Gewinne. Inzwischen sind die Erwartungen aber so hoch, dass sogar gute Zahlen nicht immer reichen: Der Rheinmetall-Kurs sackte am Mittwoch nach Vorstellung der Jahreszahlen deutlich ab, er bewegt sich aber weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.
Für etwas Ernüchterung sorgte zudem, dass so manch Bestellung eines Nato-Staates auf sich warten lässt. "Es gibt Verzögerungen", sagt Papperger. Der Bedarf sei aber weiterhin da, die Bestellungen werden kommen, betont er.
Außerdem ist auffällig, dass der mitunter eher mäßige Wettbewerb in der Waffenbranche inzwischen etwas zunimmt. So gründet das norwegische Rüstungsunternehmen Nammo, das in der Artilleriemunitionssparte ein starker Konkurrent von Rheinmetall ist, zusammen mit dem deutschen Lenkflugkörper-Hersteller Diehl Defence ein Gemeinschaftsunternehmen, um der Bundeswehr künftig 155-Millimeter-Granaten zu liefern. Damit bekommt Nammo in Deutschland einen Fuß in die Tür und bringt Rheinmetall etwas unter Druck. Darauf angesprochen, gibt sich Papperger gelassen: "Ich liebe Competition."