Waldershof - Es ist eine Angelegenheit von Sekunden: Ein Mann betritt am Samstagabend die an der Ortsausfahrt in Richtung Marktredwitz gelegene "Tank-plus"-Tankstelle in Waldershof, hält der Kassiererin eine Pistole unter die Nase und fordert Geld. Nachdem er die Scheine aus der Kasse genommen hat, verschwindet er zu Fuß in Richtung Ortsmitte. Außer der Kassiererin ist zum Zeitpunkt des Überfalls niemand in dem Kassen- und Ladenraum. Der Täter erbeutet Bargeld in einem mittleren dreistelligen Bereich.

Polizei bittet um Hinweise

Am Samstag gegen 20.50 Uhr hat ein unbekannter Täter die "Tank-plus"-Tankstelle in der Marktredwitzer Straße in Waldershof überfallen. Der flüchtige Täter wird folgendermaßen beschrieben: männlich, etwa 30 Jahre alt, zwischen 1,70 und 1,80 Meter groß, auffallend schlanke Figur. Er war bekleidet mit einer dunklen Hose und einer dunklen Regenjacke. Der Mann war mit einer Wollmütze maskiert und sprach deutsch. Er war mit einer Schusswaffe bewaffnet. Die weiteren Ermittlungen in diesem Fall werden von der Kriminalpolizei Weiden geführt.

Wer Zeuge des Raubüberfalls wurde oder den Täter auf seiner Flucht gesehen hat beziehungsweise Hinweise auf dessen Identität geben kann, wird dringend gebeten, sich unter der Telefonnummer 0961/4010 mit der Kriminalpolizei Weiden in Verbindung zu setzen.

Die Tat in der Waldershofer Tankstelle hat sich am Samstag gegen 20.50 Uhr ereignet. Die 50 Jahre alte Tankstellenangestellte blieb bei dem Überfall unverletzt. Noch in der Nacht haben die Beamten der Kriminalpolizei Weiden die Ermittlungen aufgenommen. Auch zahlreiche oberfränkische Kollegen waren von Anfang an in die Fahndung eingebunden und haben unter anderem Straßensperren errichtet.

Die Tankstellenmitarbeiterin arbeitete nach dem Überfall noch bis zum Ende ihrer Schicht. Auch am Sonntag stand sie wieder hinter dem Tresen. Dennoch, spurlos geht das Geschehen am Tankstellen-Team nicht vorüber. Inhaber Wolfgang Kuchenreuther zeigte sich im Gespräch mit der Frankenpost frustriert. Seit zwei Jahren betreibe er das Geschäft nun in alleiniger Eigenverantwortung. Und in dieser Zeit sei schon dreimal in die Tankstelle eingebrochen worden. "Der Überfall ist nun der vierte schwerwiegende Fall. Da kommt man schon ins Grübeln darüber, wie es angesichts der Vorfälle weitergehen soll."

Kuchenreuther ist von seiner Mitarbeiterin noch am Abend der Tat informiert worden und war ebenfalls bis in die Nacht in der Tankstelle. Für ihn sei es besonders schlimm, dass er mittlerweile Fremden nicht mehr trauen könne. "Wir haben es leider auch noch häufig mit Betrügern zu tun, bisher haben wir aber zum Glück jeweils den Schaden verhindern können."

Am Sonntag war die Waldershofer Tankstelle wieder wie normal geöffnet. In den Vormittagsstunden kaufen hier viele Bürger Semmeln, Gebäck und Zeitschriften. In der Kösseinestadt war der Überfall natürlich an den Stammtischen Tagesgespräch.

Auf Nachfrage der Frankenpost im Polizeipräsidium der Oberpfalz in Regensburg sagte ein Sprecher, dass es bisher noch keine Hinweise auf den Täter gebe. Die Ermittlungen liefen aber mit Hochdruck. Ob ein Zusammenhang zu ähnlichen Überfällen in der Region hergestellt werden könne, sei derzeit noch völlig offen. Ähnlich lautet die Auskunft von Alexander Czech, Sprecher im Polizeipräsidium Bayreuth. "Wir tauschen uns permanent mit den Kollegen in der Oberpfalz aus. Bisher gibt es noch keine Erkenntnisse über einen konkreten Zusammenhang zwischen den Überfällen, aber das wird noch immer überprüft.

Wie berichtet, gab es in den vergangenen Wochen mehrere weitere Überfälle, die jeweils nach einem ähnlichen Muster abliefen:

Am Samstag, 4. November, haben zwei Männer bei einem Überfall auf eine Spielothek in der Schützenstraße in Rehau einen mittleren vierstelligen Geldbetrag erbeutet. Gegen 2.45 Uhr waren zwei vermummte Männer auf eine alleine in der Spielothek arbeitende Mitarbeiterin zugegangen, bedrohten sie mit einer Waffe und forderten Geld. Die Täter knebelten und fesselten die Frau mit einem Klebeband und flüchteten zu Fuß.

Am Freitag, 17. November, hat in Wiesau, Landkreis Tirschenreuth, ein Mann sechs Packungen Zigaretten und drei Feuerzeuge verlangt. Als es um das Bezahlen ging, schob er der Kassiererin einen Zettel hin auf dem stand, dass er eine Waffe habe. Anschließend verließ der Mann den Verbrauchermarkt.

Am Dienstag, 21. November, um kurz vor 19 Uhr, hat ein unbekannter Mann den Minimarkt in der Wunsiedler Goethestraße betreten. Die Verkäuferin, die gerade schließen wollte, war alleine, als der Unbekannte nur zwei Wörter sprach: "Geld, schnell". Wenige Sekunden später verließ der Täter mit einem hohen dreistelligen Betrag den im Wohngebiet im Wunsiedler Norden gelegenen Laden und floh zu Fuß.

Am Donnerstag, 30. November, kurz vor 18 Uhr hat ein bislang unbekannter, vermummter Mann ein Schreibwarengeschäft mit Lottostelle am Berliner Platz in Hof mit einer Waffe betreten. Er bedrohte die Verkäuferin, indem er ihr die Pistole an den Kopf hielt und erbeutete einen niedrigen vierstelligen Bargeldbetrag. Anschließend flüchtete der Täter mit einer weiteren Person, die offenbar vor dem Geschäft gewartet hatte, zu Fuß in Richtung Jahnstraße. Eine sofortige großangelegte Fahndung blieb bislang ergebnislos.

Und nun Waldershof. Zurück bleiben verschreckte Menschen, die um ihr Leben fürchten mussten. Übrigens: Bis auf den Fall in Rehau haben die Täter jeweils deutsch gesprochen.