Waldsassen "Am schönsten war es in der Kneippe"

Wassertreten macht nicht nur mächtig Spaß, sondern stärkt auch Kreislauf und Immunsystem. Das erfahren Kösseine-Grundschüler im Klostergarten in Waldsassen.

Waldsassen - "Dürfen wir in die Kneippe?", fragten wir, die Schüler der Klasse 1/2a der Kösseine-Schule in Tröstau unsere Lehrerin Frau Schindler immer wieder. Bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen waren wir in der Umweltstation in Waldsassen der Natur auf der Spur. Aber keine Angst, wir wollten kein Bier trinken! Wir hatten doch schon gleich nach der Begrüßung am Morgen zusammen mit den Kräuterführerinnen im Klostergarten Kräuter und Blüten gesucht und mit ganz natürlichen Zutaten à la Miraculix einen Zaubertrank - Quatsch! - eine Kräuterlimonade angesetzt. Das Rezept verraten wir nur unseren Muttis.

Bis dieser Trank fertig durchgezogen war, starteten wir in zwei Gruppen zu unserer Exkursion durch den Naturerlebnisgarten. Dort waren wir als kleine Forscher mit allen Sinnen unterwegs und es gab - begleitet vom Duft des blühenden Holunders und dem Summen der Insekten - viel zu entdecken und zu bewundern. In der großen Kräuterspirale durften wir alle Pflanzen anfassen, beschnuppern und einige sogar essen. Manche, wie Lavendel, Minze oder das "Maggikraut" erkannten wir sofort, andere wie zum Beispiel den Beifuß lernten wir erst kennen.

An der Borretschstaude, deren Blüten wirklich sehr gut schmeckten, entdeckten wir eine große Hummel. Staunend sahen wir ihr zu, wie sie mit ihrem dicken, gelb- schwarz gestreiften, pelzigen Körper an den Blüten herumturnte und Nektar sammelte. Bei einem Riech-Quiz konnten wir anschließend unsere Kenntnisse überprüfen. Mit detektivischen Fähigkeiten suchten wir entlang eines Weges Dinge, die nicht in die Umwelt gehören, bevor wir einen Hügel mit einem Weiden-Tipi erklommen, von dem aus wir einen herrlichen Blick auf den Garten und das Kloster hatten. Besonders viel Spaß hatten wir beim Balancieren und dem Fichtenzapfenweitwurf.

Kreativität war gefragt, als wir gemeinsam aus gesammelten Blüten, Blättern und Stielen ein großes Pflanzengesicht mit Augen, Nase und Mund in der Art des italienischen Malers Arcimboldo legten oder die Farben des Sommers auf einer Palette einfingen.

Dann war es endlich so weit! Wir durften in die "Kneippe", das große Wassertretbecken, das nach seinem Erfinder, dem berühmten Naturheilkundler Pfarrer Sebastian Kneipp, benannt ist. Wie er es in seiner Wassertretkur empfohlen hat, stiegen wir wie die Störche durch das angenehm kühle Wasser. "Hoch das Bein!", hieß es. Gut, dass wir alle kurze Hosen trugen und die Sonne bei der Hitze sowieso gleich alles wieder trocknete.

Nach dieser Anstrengung war es Zeit für eine Stärkung und wir ließen uns unsere Brotzeit zusammen mit unserer eigenen Kräuterlimonade schmecken. Danach hatten wir wieder Kräfte wie Asterix und Obelix. Das Trampolin und die Schaukel auf dem Spielplatz zogen uns magisch an und diese waren wie das Gehege der Hühner oder das der Zwergkaninchen stets dicht belagert.

Leider verging die Zeit während unseres Ausflugs viele zu schnell und ein Bus brachte uns bald zurück nach Tröstau. So einen interessanten und gleichzeitig so unterhaltsamen Vormittag mit viel Bewegung müsste es öfter geben. Klasse 1/2a, Kösseine-Schule Tröstau-Nagel

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