Waldsassen Eintauchen in die Welt der Kräuter

Hofer Schiller-Gymnasiasten erleben Unterricht in der Natur. Im Klostergarten der Abtei Waldsassen lernen sie etliche Pflanzen und deren Heilkraft kennen.

Waldsassen - Nach der eineinhalbstündigen Fahrt steigen die 21 Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a des Schiller-Gymnasiums in Hof zusammen mit Studiendirektor Roland Hacker aus dem Bus und begutachten prüfend den Himmel. Das Wetter spielt heute nämlich eine wichtige Rolle, denn es geht nicht wie sonst ins Klassenzimmer, sondern, dank des Klasse!-Projekts der Frankenpost , zu einem Outdoor-Crashkurs in Sachen Kräutern, deren unterschiedlichen Geschmack und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten.

Einen kurzen Fußmarsch später ist das Ziel auch endlich erreicht: der Kloster- und Naturerlebnisgarten und die Umweltstation Abtei Waldsassen. Dort angekommen werden wir von zwei Angestellten herzlich willkommen geheißen und bekommen einen ersten Überblick, was uns heute erwarten wird.

Zunächst sehen wir uns den weitläufigen Kräutergarten an. Dort wächst eine überwältigende Anzahl verschiedener Gewächse - von gewöhnlicher Petersilie bis hin zu weniger Bekanntem wie der Akelei, Galgant oder Meisterwurz. Wir dürfen riechen, sammeln und sogar probieren, was zu einigen Überraschungen führt. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass Kräuter existieren, die nach Karotte, Champignons oder sogar Lakritz schmecken.

Viele der Pflanzen haben allerdings nicht nur lustige Gerüche und Geschmäcker, sondern genauso auch nützliche Wirkungen - sie sind zum Beispiel entzündungshemmend und können Halsschmerzen lindern. Jedes Kraut im Garten ist sorgfältig beschriftet, eine große Hilfe für uns, da wir - nachdem wir jetzt so viel darüber gehört haben - selbst Hand anlegen sollen. Wir bekommen die Aufgabe, die richtigen Zusätze für Kräutersalz, Gartenlimonade und Pizza zu finden.

Bevor wir uns der Zubereitung dieser Produkte widmen, dürfen wir uns im restlichen Garten genauer umsehen. Hier reihen sich riesige Beete mit den unterschiedlichsten Gräsern, Kräutern und Blumen an Gewächshäuser und Tiergehege für Hasen und Hühner aneinander. Selbst ein kleiner Bach fließt an einer Ecke des Geländes entlang. Dort versammeln wir uns alle und genießen, bei perfektem Blick auf das wunderschöne Kloster Waldsassen, die Natur.

Eine kurze Pause später beginnt das eigentliche Programm und wir werden in das Haupthaus geführt. Wir beginnen mit der Zubereitung einer Limonade aus Wasser beziehungsweise Apfelsaft und den bereits gesammelten Kräutern wie Minze, Zitronenmelisse und Rosenblütenblättern. Das Gemisch muss dann erst einmal ziehen. In dieser Zeit teilen wir uns in zwei Gruppen auf. Die eine ist verantwortlich für eine selbst gemachte Pizza, die andere hat die Möglichkeit, ein Kräutersalz herzustellen. Während die einen Tomaten, Pilze und Paprika schneiden oder Teig ausrollen, mörsern andere Oregano, Basilikum und Schnittlauch, um zum Beispiel ein leckeres Pizzagewürz zu kreieren. Eine gute Stunde später ist alles fertig und die erste der vielen kleinen Pizzen wird aus dem Steinofen geholt.

Nach dem Essen und einem insgesamt sehr erfolgreichen Tag brechen wir mit vielen neuen Eindrücken und Ideen für unsere eigenen kleinen Kräutergärten in Richtung Hof auf - und sogar das Wetter hat gehalten.