Wie viele Patienten-Betten gibt es aktuell noch im Krankenhaus Waldsassen?
45 Patienten konnten bisher im Akutfall im Krankenhaus Waldsassen aufgenommen werden und das in verschiedenen Bereichen, zum Beispiel in der Inneren Medizin, der Chirurgie oder Gynäkologie. Diese Bettenkapazität soll auf 15 bis 20 Plätze ab- und umgebaut werden. Faktisch hat die AG den Bereich Chirurgie schon in den vergangenen Monaten schleichend abgebaut. Der zuständige Facharzt wurde abgezogen. Die beiden Operationssäle des Hauses werden ebenfalls bald geschlossen.
Was bedeutet die Schließung des Akut-Krankenhauses für die Beschäftigten?
Alle Arbeitnehmer sollen nach Angaben der Klinik-Geschäftsleitung weiterbeschäftigt werden. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels gibt es im Unternehmen genügend Arbeitsplätze, wenn auch nicht unbedingt am Standort Waldsassen. Allerdings plant das Unternehmen auch Reformen im Bereich des Personals. So soll eine Dienstleistungsgesellschaft für Wirtschaftsbetriebe gegründet werden. Dies trifft vor allem Leistungsbereiche wie Küche und Bettenzentrale, die mit Hilfe von Kooperationspartnern reorganisiert werden sollen. Das heißt nichts anderes als Ausgliederungen. Neue Arbeitnehmer aus diesen Bereichen würden nicht mehr nach Tarifen des Öffentlichen Dienstes bezahl t.
Was passiert mit der Orthopädischen Rehaklinik?
Unberührt von der Schließung des Akut-Krankenhauses bleiben laut Götz die 50 Betten der orthopädischen Rehabilitation in Waldsassen erhalten. Trotzdem bestehe auch hier Handlungsbedarf, denn auch in diesem Bereich schreibt das Haus rote Zahlen. Das Defizit von 300 000 Euro trägt zunächst der Landkreis Tischenreuth. Der Landkreis Neustadt an der Waldnaab beteiligt sich einmalig mit einer Summe von 125 000 Euro. Durch den Wegfall des Akut-Krankenhauses erhofft sich der Klinik-Vorstand eine zusätzliche Finanzierungsquelle für Leistungen der Orthopädischen Reha: "Es besteht die Chance, dass die Rentenversicherungsträger an der Finanzierung mitwirken". Das sei bisher rechtlich nicht möglich gewesen durch die Verbindung mit dem Akutkrankenhaus, erklärt der Pressesprecher des Klinikums auf Nachfrage.
Wie kommentiert der Tirschenreuther Landrat und Aufsichtsratvorsitzender der Klinik AG, Wolfgang Lippert, die Schließung des Krankenhauses?
Wolfgang Lippert formuliert es salopp: "Der Schüssel wird nicht umgedreht." Er wünscht sich, dass die Bevölkerung und die Mitarbeiter den Neuerungen positiv und aufgeschlossen gegenüberstehen. "Veränderungen sollten nicht von Anfang an schlecht geredet werden." Der Waldsassener Bürgermeister Bernd Sommer sagt: "Wir sind froh, dass wir die Reha erhalten konnten." Waldsassen habe nun ein Mini-Krankenhaus - eben ohne die große Technik. Dafür müsse jetzt das Tirschenreuther Haus in Fahrt kommen.
Lesen Sie >>>hier den Kommentar "Sterben auf Raten" von Thomas Scharnagl.