„Waldstein-Lädla“ in Zell Regionales rund um die Uhr

Harald Judas
Pascal Timmel (links) und Leonard König in der Café-Ecke des künftigen digitalen Waldstein-Lädlas in Zell. Foto: Judas

In der ehemaligen Sparkasse wollen Pascal Timmel und Leonard König das digitale Waldstein-Lädla eröffnen. Die Zeller zeigen sich recht aufgeschlossen.

Zell - Zwei junge Zeller wollen in der ehemaligen Sparkasse einen digitalen Dorfladen einrichten. Nachdem Pascal Timmel und Leonard König, so heißen die beiden, schon 2021 dem Gemeinderat ihr Konzept vorgestellt hatten, haben nun die Arbeiten begonnen. Beide sind dabei, das Sparkassengebäude auszuräumen und freuen sich, in Kürze mit dem Umbau beginnen zu können.

Sie wollen Projekt ohne finanzielle Unterstützung umsetzen. Nach einer Umfrage unter Zellern sehen sie sich in ihrem Plan bestärkt. 94 Prozent hatten online oder per Fragebogen ausgesagt, dass sie sich den Einkauf in einem digitalen Laden vorstellen können. Bei der Umfrage konnten die beiden auch auf Unterstützung der Gemeinderäte bauen, die beim Verteilen der Fragebögen halfen.

Umfrage mit positivem Ergebnis

Dass das Ergebnis der Umfrage belastbar ist, davon gehen die Initiatoren des Projekts aus, da sich immerhin 40 Prozent der Haushalte beteiligt hatten. Überrascht hatte die beiden, dass auch viele Ältere die Möglichkeit nutzten, sich online und damit per QR-Code an der Umfrage zu beteiligen.

Das wiederum nährt die Hoffnung, dass der weitgehend ohne Verkaufspersonal auskommende Laden Senioren nicht zu sehr abschreckt. Sie haben ein Schließsystem entwickelt, das mit Kundenkarte funktioniert und mit einer App, die den Einkauf regelt und lokale Informationen bietet. Gespräche, an deren Ende die App auch bei beiden großen Portalen zum Download verfügbar sein soll, laufen. Auch die Software im Hintergrund wie das Warenwirtschaftssystem ist eine Eigenentwicklung. Was immens hilft. „Unser Vorteil ist, dass wir ohne Outsourcing auskommen“, sagt Pascal Timmel. „Dass wir auf Eigenleistung setzen, hat die Kosten um Einiges gesenkt“, ergänzt Leonard König. Auch die formelle Gründung der Firma ist schon über die Bühne, der Notartermin ist erledigt. Die beiden haben sich für die Gründung einer KG entschieden, die auf den Weg gebracht ist.

Einheimische Anbieter

Auch weitere bürokratische Hürden sind überwunden. Es gibt einen Businessplan und einen Finanzplan. Jetzt gilt es, sich nach und nach mit regionalen Erzeugern abzustimmen und das Sortiment festzulegen. Einheimische Anbieter haben Vorrang. Auch für Kooperationen sind die Gründer bereit. Warum nicht bei der fast täglichen Belieferung des Ladens für andere im Ort mitliefern, haben sich beide gefragt. Auch die Verkaufsstellen regionaler Produkte lassen sich in der App finden. Nur für Dinge, die nicht vor Ort verfügbar sind, gibt es eine Kooperation mit überörtlichen Lieferanten.

Was die Gestaltung der anstehenden Ladeneinrichtung betrifft, ist schon die Entscheidung gefallen: Man setzt auf Holz. Wenn der Kunde künftig den Laden betritt, wird er zunächst auf den Café-Bereich blicken, der direkt an den Fenstern zur Straße eingerichtet wird. Ein Doppeltisch bietet die Möglichkeit, auch das Geschehen auf der Straße zu verfolgen. Die Zeller sollen sich auch auf einen Café treffen und sich austauschen. Im Eingangsbereich wird zudem eine digitale Infotafel stehen, auf der die wichtige App des Ladens läuft. Das ist für die Kunden gedacht, die nicht über das eigene Smartphone am Bildschirm im Sortiment stöbern wollen. Außerdem wird im Eingangsbereich ein Tablet aufgestellt, auf dem die Kunden ein Feedback geben können. Beispielsweise, wenn sich ein Kunde nicht verfügbare Waren wünscht. „Es ist auch ein Mitmachladen“, sagt Pascal Timmel.

Im Mai soll es losgehen

Auch wenn es beim Umbau noch einiges zu tun gibt, ist im Mai ist die Eröffnung ihres „Waldstein-Lädlas“ fest geplant. Der der Name ist übrigens das Ergebnis der Umfrage. Interessenten haben auch schon ihr Interesse als Aushilfskraft bekundet, die für das Einräumen zuständig ist.

Dank der Eigenleistung können die beiden Initiatoren ihr Projekt komplett aus eigenen Mitteln umsetzen – auch wenn ein fünfstelliger Betrag verbleibe, den sie in ihren Laden stecken wollen. Doch dank der breiten Zustimmung vor Ort sind sie zuversichtlich, dass ihr digitaler Laden in Zell ein Erfolg wird und sich damit die Versorgung vor Ort wieder entscheidend verbessern wird.

Nachdem es zuletzt gar keinen Lebensmittelladen mehr gab, werden dann dank moderner Technik auch die Ladenöffnungszeiten schließlich deutlich ausgeweitet: Der Zugang ist von Montag bis Samstag rund um die Uhr möglich.

 

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