Die Mühlen der Bundesregierung mahlen zuweilen gemächlich. So hat es ganze zwei Monate gedauert, bis das von Robert Habeck geführte Bundeswirtschaftsministerium auf ein Schreiben der Stadt Wunsiedel zum Gesetz der Strompreisbremse geantwortet hat. Wie mehrfach berichtet, verhinderte ein in dem Gesetzeswerk vermerkter Stichtag zur Abschöpfung der Energieerzeuger eine wirtschaftlich vertretbare Arbeit der Wasserstoffproduktion in Wunsiedel. Da die Anlage erst im Herbst in Betrieb ging, hätte das Betreiberunternehmen WunH2 erst in den vergangenen Monaten Stromlieferverträge mit den Windradbetreibern der Zukunftsenergie Fichtelgebirge (Zenob) abschließen können – und dadurch zu extrem schlechten Konditionen. Für alle nach dem 1. November geschlossenen Verträge hätte eine Abschöpfung nach einem fiktiven Börsenmarkt-Preis gegolten, der weit über dem zwischen den beiden Unternehmen vereinbarten gelegen hätte. „Folglich steht die Wasserstoffproduktion im Energiepark jetzt schon zwei Monate still“, sagt Bürgermeister Nicolas Lahovnik im Gespräch mit der Frankenpost.