Wasserwirtschaftsamt Hof Appell an alle Haushalte lautet: Wasser sparen!

Manfred Köhler
Im Rehauer Forst hat das Wasserwirtschaftsamt Hof zur Niedrigwasseraufhöhung der Bäche ringsum und damit zum Schutz der Flussperlmuschel insgesamt elf Teiche ertüchtigt. Foto: /Köhler

Die anhaltende Dürre hat die Region im Würgegriff. Das Wasserwirtschaftsamt kann bei Bedarf Wasser aus elf Teichen in die Bäche leiten. Dennoch ist auch jeder Einzelne gefordert.

Die anhaltende Trockenheit hat auch den Gewässern im Hofer Land zugesetzt und zu niedrigen Pegelständen geführt. Besonders betroffen davon sind unter anderem der Mähringsbach, der Höllbach und der Zinnbach mit Nebengewässern im östlichen Landkreis Hof, in denen es größere Vorkommen der Flussperlmuschel gibt. Die Flussperlmuschel steht als streng geschützte Art auf der Roten Liste. Sie benötigt zum Überleben ausreichend klares, frisches Wasser. Die Pegelstände sind inzwischen so niedrig, dass zum Schutz der Muschel eine Allgemeinverfügung des Landratsamtes Hof in Kraft tritt, die eine Wasserentnahme verbietet. Wir haben nachgefragt bei Christian Weiß, dem stellvertretenden Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Hof:

Was passiert, wenn das Entnahmeverbot nicht ausreicht und die Pegel weiter sinken?

Dann tritt die zweite Eskalationsstufe in Kraft, und das Wasserwirtschaftsamt leitet Wasser aus insgesamt elf Teichen, die zu diesem Zweck umgestaltet wurden, in die Bäche ein. Damit diese Maßnahme wirkt, ist es besonders wichtig, dass aus den Bächen kein Wasser entnommen wird. Denn die Teiche haben eine begrenzte Kapazität. Mit diesem Wasser muss die Behörde besonders sparsam umgehen, damit es so lange wie möglich reicht.

Wie ist die allgemeine Lage im Landkreis Hof? Sind andernorts bereits Gewässer trocken gefallen?

Da fehlt bei manchen Bächen nicht mehr viel. Die gesamte Region ist derzeit von der Trockenheit betroffen. Laut dem sogenannten Dürre-Index gilt das nordöstliche Oberfranken, bezogen auf die letzten 90 Tage, als extrem trocken. Deshalb appellieren die Behörden an alle Haushalte, in nächster Zeit besonders verantwortungsvoll mit dem Trinkwasser umzugehen und zum Beispiel aufs Autowaschen oder Rasensprengen zu verzichten.

Sollte die Trockenheit über den Sommer andauern und die Kapazität der Teiche überfordern, wäre dann der Bestand der Flussperlmuscheln in Gefahr?

Zunächst würde eine weitere Eskalationsstufe greifen. Das Wasserwirtschaftsamt würden Wasser aus dem Förmitzspeicher in Tankwagen zu den betroffenen Bächen fahren und über die Wiesen einleiten. Dieses Verfahren wurde bereits angewandt. Der Förmitzspeicher enthält derzeit zum Glück genug Wasser, um diese Strategie eine längere Zeit durchhalten zu können. Die Flussperlmuschel ist in der Lage, l auch Trockenphasen zu überstehen. Ziel ist es aber, dass Bäche gar nicht erst trocken fallen, sondern stabile Wasserverhältnisse bieten und dadurch möglichst viele Muscheln überleben.

 

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