Wegen Erfolgs: Konzert abgesagt Eine einmalige Chance

Diese Damen haben gerade einen Lauf: Thundermother. Foto: Another Dimension/PR/Mats Vassfjord

Der Rockclub Nordbayern in Selb wird Opfer seines eigenen Erfolgs. Jetzt haben die Scorpions höchstpersönlich ein Konzert verhindert, das dort im August stattfinden sollte.

Die Band Thundermother geht gerade durch die Decke. Und dennoch zieht Alexander Prechtl ein für den 17. August in der Gemeindehalle Schirnding geplantes Konzert mit den aufstrebenden Hardrock’n’Roll-Damen aus Schweden zurück. Das hat natürlich Gründe. „Das Management und die Band haben mich gefragt, ob wir einer Verschiebung zustimmen würden, da sie die einmalige Chance haben, mit den Scorpions zu touren.“ Prechtl, Chef des Rockclubs Nordbayern, stimmte schweren Herzens zu: „Da ich nicht nur Booker und Vorstand des Rockclubs bin, sondern auch Fan der Mädels, war die Entscheidung schnell klar. Diese Chance dürfen sich Thundermother nicht entgehen lassen.“

Kleine Sensation

Es ist schon eine kleine Sensation. Die legendären Scorpions, die derzeit ihre äußerst erfolgreiche Welttournee fortsetzen, haben für ihre Nordamerika-Shows eine weitere Legende, Whitesnake mit dem Ex-Deep-Purple David Coverdale, fürs Vorprogramm eingeladen – und eben Thundermother. Dieser Erfolg für die vier Schwedinnen kommt nicht von ungefähr: Mit einem starken Album („Heat Wave“/2020) im Gepäck tourt das Quartett seit Monaten europaweit, mit dem Schwerpunkt Deutschland. Im vorigen Sommer gaben die Damen bereits ein umjubeltes Abstandskonzert beim Rockclub Nordbayern. Und das verlangte eben einen „Nachschlag“, der jetzt erst einmal ins Wasser fällt. Thundermother werden noch beim renommierten Wacken-Open Air spielen – danach geht’s über den großen Teich, wo ab August und bis Ende Oktober Konzerte in den Vereinigten Staaten und in Kanada mit den weltberühmten Hannoveranern auf dem Plan stehen.

Gewachsene Berühmtheit

Die mitreißenden Live-Qualitäten der Skandinavierinnen kamen dem Scorpions-Management offenbar zu Ohren. Für die Nordamerika-Tour einer der zehn bedeutendsten Metal-Bands aller Zeiten gebucht zu werden, so etwas ist natürlich kein Zufall, sondern hart erarbeitet – und dennoch ein großes Glück. Das wird den Aufstieg von Thundermother, der schon durch die Corona-Pandemie nicht wirklich gebremst werden konnte, nochmals beschleunigen.

Alex Prechtl und seine Mitstreiter können sich dennoch freuen, dürften die Damen doch mit gewachsener Berühmtheit aus Nordamerika zurückkehren. Und eine neues Album werden sie dann auch am Start haben: Am 19. August erscheint der Longplayer „Black And Gold“.

„Es ist zwar schade, da hier der Kartenvorverkauf sehr, sehr gut läuft, was auch sicherlich am erfolgreichen Abstandskonzert von Thundermother im letzten Juli lag. Somit versuche ich gerade mit dem Management einen Termin im März 2023 zu organisieren. Hier sind wir schon sehr weit fortgeschritten und diesen sollten wir Ende August veröffentlichen können.“

Tolle Konzerte geplant

Prechtl macht’s spannend: „Somit können sich alle Fans unseres Rockclubs auf wahrscheinlich drei tolle Konzerte im kommenden März freuen. Neben Thundermother wird dann eine sehr bekannte Melodic-Death-Metal-Band aus Finnland kommen und die aufstrebende Modern-Metal-Band Enemy Inside wird ebenfalls ihr abgesagtes Konzert aus Anfang 2022 nachholen.“

Doch vorerst dürfen sich Fans härterer Klänge erst einmal als nächsten großen Höhepunkt das vom Rockclub Nordbayern im Jahn-Stadion in Rehau organisierte „Metal Masters“-Open Air am 17. September 2022 in den Kalender eintragen: Dann gastieren dort neben weiteren Acts die angesagten Power-Metal-Bands Grave Digger, Iron Savior und Mystic Prophecy.

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