Wegen schlechter Sicht Filmemacher landen in Helmbrechts

Zwei Spanier wollen eigentlich nach Prag, um dort mit dem Schauspieler Chris Hemsworth zu drehen. Doch Nebel zwingt sie zum Zwischenstopp und beschert Stammtisch-Freunden ein besonderes Erlebnis.

Helmbrechts statt Prag: Unser Bild zeigt die beiden Piloten in orange mit einem Teil des Freitagsstammtischs und dem Team vom Flugplatz. Foto: privat

Helmbrechts - So was passiert nicht alle Tage: Normaler Weise hört Klaus Wolfrum in seinem Garten bei Haide Wildbienen summen. Doch das Geräusch, das er am Freitag vernahm, klang dann doch etwas anders. Auf der Wiese, die eben für diese Bienen gedacht ist, sah er die orange Spitze eines Hubschraubers, der dort gelandet war. Wolfrum dachte zunächst an einen Rettungseinsatz.

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Am Abend saß der 73-jährige frisch gebackene Helmbrechtser Ehrenbürger mit seiner Stammtisch-Runde im Hotel Zeitler zusammen, als der Wirt fragte, ob jemand zwei Piloten in die Ottengrüner Heide fahren könnte. Wolfrum war sofort hellhörig. Tatsächlich handelte es sich um die Insassen des Hubschraubers, den er zuvor gesichtet hat. Es stellte sich heraus, dass sie bei ihrer Zwischenlandung neben Wolfrums Garten den Helmbrechtser Flugplatz gesucht hatten.

Dort angelangt stellten sie den Helikopter ab und checkten im Hotel ein. Nur das Gepäck war noch im Hubschrauber. Die Stammtisch-Freunde übernahmen den Transport und auf Englisch kam man mit den jungen Männern schnell ins Gespräch. So weiß Wolfrum jetzt, dass es sich um spanische Filmemacher der Firma Helitrans Pyrinees handelt, die zu Dreharbeiten nach Prag wollten. „Wegen des Nebels mussten sie in Helmbrechts eine Sicherheitslandung einlegen“, erzählt er. In Tschechien soll ein Film für einen Streamingdienst entstehen. Mit dabei: Der australische Schauspieler Chris Hemsworth.

Mit einem Autogramm des Stars konnten die Piloten zwar nicht dienen, doch sie bedankten sich gebührend bei den hilfsbereiten Stammtisch-Freunden.

Die brachten die Piloten nämlich Samstagvormittag noch zurück zum Flugplatz. Bevor sie Richtung Prag abflogen, gab es für die Fahrer zwei Gratis-Rundflüge über die Stadt mit bester Sicht auf Helmbrechts.

Und wer weiß: „Vielleicht hat es ihnen hier so sehr gefallen, dass sie wieder mal vorbei“, überlegt Wolfrum. Eines hat er nämlich genau beobachtet. „Die fränkischen Klöße im Hotel haben ihnen vorzüglich geschmeckt.“ Ob sich die Stadt damit schon als neuer Drehort qualifizieren kann? „Zumindest war das eine äußert witzige Begegnung“, findet Wolfrum.