Doch gespart wird nicht überall gleichermaßen. "Bei Reisen sind die Bürger in Deutschland derzeit bereit, Geld auszugeben, um in diesen unsicheren Zeiten dem Alltag zu entfliehen und gemeinsam Zeit zu verbringen", sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Genth. Die gestiegenen Ticketpreise würden dabei offensichtlich akzeptiert.
Welche Geschenke liegen unter dem Weihnachtsbaum?
In einigen Branchen lief das Geschäft besser. Laut Handelsverband zählten Gutscheine und Spielwaren erneut zu den beliebtesten Geschenken. Bücher, Uhren und Schmuck waren Genth zufolge ebenfalls begehrt. Eine große Nachfrage verzeichneten nach NIQ-Angaben auch technische Konsumgüter. Deutlich besser als im Vorjahr verkauften sich unter anderem Roboterstaubsauger (+24 Prozent), Heißluftfritteusen (+15 Prozent), Desktop-PCs (+18 Prozent) und Laptops (+13 Prozent). Der Onlinehandel profitierte zum Jahresende besonders, begünstigt durch die Rabattaktion Black Friday.
Mit dem Heiligabend ist das Weihnachtsgeschäft nicht abgeschlossen. Nach den Feiertagen beginnt eine kurze, aber wichtige Nachspielzeit, die dem Handel Hoffnung macht. Viele Kunden nutzen die freien Tage zwischen Weihnachten und Neujahr zum Einkaufen, geben Geldgeschenke aus und lösen Gutscheine ein. Häufig belassen sie es nicht dabei, sondern legen noch etwas obendrauf. Immerhin 14 Prozent der Händler gaben in einer HDE-Umfrage an, dass die Zeit nach den Feiertagen die umsatzstärkste Phase im Weihnachtsgeschäft ist.
Der Einzelhandel rechnet im November und Dezember hierzulande mit Erlösen von 126,2 Milliarden Euro. Dies entspräche einem nominalen Plus von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Real, also nach Abzug der Preissteigerungen, bliebe der Umsatz damit jedoch allenfalls auf einem ähnlichen Niveau. Eine abschließende Bilanz will der Verband erst im Januar ziehen.