Sebastian Feulner findet „diesen Zusammenhalt unter den Landwirten“ gut. Deswegen fahre auch er selbst immer wieder mit. „Wir wollen, dass die Bevölkerung mitkriegt, was die Landwirtschaft macht, und dass Landwirte keine schlechten Menschen sind.“ Mit dem Etikett „Umweltsünder“ werde die Branche oft stigmatisiert. „Wir arbeiten aber vielmehr mit der Natur und pflegen sie. Würden wir sie schädigen, hätten wir ja nichts davon. Ich glaube, die Leute fassen vieles, was in den Medien berichtet wird, falsch auf“, erklärt der Jungbauer, dessen Vater die Landwirtschaft ebenfalls im Nebenerwerb betreibt und dessen Mutter mit der „Naturkräuterschmiede Harsdorf“ als Kräuterpädagogin ein weiteres Standbein auf dem Hof aufgebaut hat. Tiere gibt es auf dem Hof längst nicht mehr, der Stall ist umgebaut zur Veranstaltungsscheune. Jetzt im Dezember steht auf dem Hof vor allem die Wartung der Geräte an und die Vorbereitung auf das nächste Jahr – in dem sich Cem Özdemir als neuer Landwirtschaftsminister beweisen muss: „Da warte ich erst mal ab und bin gespannt, wie er sich für die Landwirtschaft einsetzt“, sagt Sebastian Feulner. Themen, die die Landwirte umtreiben, gibt es genug: Der Harsdorfer nennt etwa die Düngeverordnung und immer neue Auflagen, die kaum einzuhalten seien. Immerhin: In Zeiten der Pandemie habe man gemerkt, dass manch einer seine Kartoffeln jetzt doch wieder auf dem Bauernhof kaufe. Die große, von manchem erhoffte Rückbesinnung auf Regionalität sei in der Masse aber ausgeblieben.