Weißdorf Heiko Hain zieht letzte Bürgermeister-Bilanz

Werner Bußler

Heiko Hain, inzwischen Bundestagsabgeordneter, blickt in der Bürgerversammlung noch einmal auf seine Amtszeit als Bürgermeister in Weißdorf zurück.

Heiko Hain ist nach der Bundestagswahl im vergangenen Jahr vom Rathaus-Sessel in den Bundestag gewechselt. Foto: Florian Miedl

Nur noch bis Ende April 2026 ist Heiko Hain Bürgermeister in Weißdorf – schließlich sitzt er inzwischen für die CSU im Bundestag. In seiner letzten Bürgerversammlung, die er in dieser Funktion leitete, zog er vor 35 Besuchern ein positives Fazit seiner zwölfjährigen Amtszeit und blickte zufrieden auf 2024 und 2025 zurück. Weil die letzte Bürgerversammlung Anfang des vergangenen Jahres stattfand, gab der Rathauschef Fakten und Zahlen zu einem längeren Zeitraum bekannt.

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Weißdorf in Zahlen

Erfreulich sei die stabil bleibende Einwohnerzahl von 1223. Während im Vorjahr sogar ein Plus von sieben Personen zu verzeichnen war, wohnen derzeit ebenfalls genau 1223 Leute in den Ortsteilen Weißdorf, Albertsreuth, Bärlas, Benk, Bug, Oppenroth und Wulmersreuth. In beiden Berichtsjahren gab es jeweils vier Zuzüge mehr als Wegzüge, Geburten- und Sterberate hielten sich in etwa die Waage. Als attraktiv hat sich in diesem Zusammenhang die Ausweisung eines neuen Wohngebietes erwiesen, sämtliche Bauplätze sind verkauft und die meisten Grundstücke auch bereits bebaut. Weitere statistische Zahlen: Es gibt im Hauptort und den Ortsteilen 110 Feuerwehrdienstleistende, 128 Hunde und 41 Weißdorfer Kinder besuchen, gemeinsam mit Sparnecker Erst- bis Viertklässlern, die Grundschule. Weil der Hort in Sparneck saniert wird, befinden sich ab Januar Schule und Hort in Weißdorf.

Der Schuldenstand der Kommune beträgt derzeit 950.195,60 Euro. „Das ist nichts, was uns Angst macht“, sagte Hain. Die Zeiten seien vorbei, in denen es im Gemeinderat eine Diskussion darüber gab, wegen 20 Euro Jahresbeitrag die Mitgliedschaft in einem Verband zu kündigen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Gemeinde die Verbindlichkeiten sogar um 30.823,25 Euro senken.

Gesellschaftliches Leben

Hain erwähnte auch das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde. So hat sich das heuer 43 Tage geöffnete, von der Kommune und der Kirchengemeinde betriebene Dorfcafé etabliert. Neben Treffen in gemütlicher Atmosphäre finden dort auch Vorträge, Spielabende, Grillfeste und einiges mehr statt. Getränke und Speisen werden auf Spendenbasis ausgegeben, hier erwirtschafteten die ehrenamtlichen Helfer einen Überschuss, der zum einen für Anschaffungen wie Bastelmaterial, Geschirr und Servierwagen verwendet wurde und auch als Spende gemeinnützigen Einrichtungen zugutekam.

Für junge Menschen bietet Weißdorf in regelmäßigen Abständen von September bis April ein Kinderkino an. Zum Dorffest kommen neben Einheimischen auch gerne auswärtige Gäste. Der 2024 durchgeführte Kärwatanz stieß bei der ersten Auflage noch auf wenig Resonanz, doch das besserte sich ein Jahr später, sodass das fröhliche Treiben Teil des Veranstaltungskalender bleiben sollte. Ebenso gilt das für den lebendigen Adventskalender, ein Event in den Jahren ohne Wiesenfest.

Auch das im zweijährigen Turnus abgehaltene Wiesenfest kam wieder gut an, die vorgenommenen Änderungen (Festbetrieb Freitag bis Montag sowie Ansprache des Bürgermeisters und Tänze der Kinder im Festzelt, neue Route für den Festzug) haben sich bewährt.

Investitionen und Projekte

Die Gemeinde hat in den vergangenen Monaten auch einiges investiert. So wurde eine Küche in die Turnhalle eingebaut und die Toiletten in der Schule wurden umfangreich modernisiert. Eine gute Einrichtung sei das Weißdorflädla, ein von Direktvermarktern betriebener Ladencontainer, in dem Produkte in Automaten angeboten werden. Das soll aber keine Konkurrenz zum im Ort bestehenden Lebensmittelgeschäft sein.

Für 2026 ist unter anderem die Sanierung und Erweiterung des Kindergartens geplant, außerdem wolle man die Sicherheit der Felsenkeller in der Kornbergstraße prüfen.

Am Ende seiner Ausführungen kam Hain zu dem Schluss, in seiner Amtszeit sei viel bewegt worden, weil der Gemeinderat fraktionsübergreifend an einem Strang gezogen habe, um den Ort voranzubringen.

Was die Bürger beschäftigt

Schriftliche Anträge lagen nicht vor, doch gab es noch einige Fragen aus dem Publikum. Diese drehten sich um Ausbesserungen von Straßen und Wegen, um die Baustelle am Mechlenreuther Weg – der Bürgermeister konnte sie allesamt beantworten. Ferner kam eine neu installierte Laterne am Fichtenweg zu Sprache, die den Garten eines Anliegers besser beleuchtet als die Straße. Dieser Sache wolle man nachgehen und Abhilfe schaffen.

Eine weitere Frage aus den Reihen der Besucher betraf den Glasfaserausbau. Der Start hierfür ist für 2026, zunächst aber nur für das halbe Dorf, geplant, hänge aber wohl davon ab, ob die Telekom, die dies in Kooperation mit einem anderen Unternehmen eigenwirtschaftlich durchführt, auch eine geeignete Baufirma dafür findet. In Weißdorf seien aber bereits gute und schnelle Verbindungen vorhanden.