Risiko Iran-Krieg
Als Bedrohung für die deutschen Exporteure könnte sich der wieder aufgeflammte Iran-Krieg erweisen, wo die Zeichen zunächst auf Deeskalation standen. US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch nach Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus den vorläufigen Waffenstillstand für nichtig erklärt und erneut Ziele im Iran angreifen lassen. Der Iran reagierte mit Attacken auf Kuwait und Bahrain, in der Folge zogen die Ölpreise zeitweise an. Höhere Transportkosten treffen die Exportnation Deutschland besonders, die ohnehin schwierige Zeiten mit Konkurrenz aus China und Zöllen aus den USA erlebt.
Der Iran-Krieg bremst die deutsche Wirtschaft, die 2025 nur knapp am dritten Jahr ohne Wachstum vorbeigeschrammt war. Der Sachverständigenrat ("Wirtschaftsweise") erwartet nur ein Mini-Wachstum von 0,5 Prozent in diesem Jahr, der Internationale Währungsfonds ist mit 0,7 Prozent nur wenig optimistischer. Gestiegene Energiepreise und eine erhöhte Inflation verunsichern Verbraucher, höhere Spritpreise treiben die Kosten für Pendler und Unternehmen in die Höhe.
Auch angesichts der geopolitischen Krisen müsse der Standort Deutschland wettbewerbsfähiger werden, forderte der BGA, der dieses Jahr leichte Exportzuwächse erwartet. "Wer international erfolgreich exportieren will, muss auch international wettbewerbsfähig produzieren können", sagte Präsident Jandura. Teure Energie, lange Genehmigungsverfahren, überbordende Regulierung und eine schleppende Digitalisierung wirkten wie eine Exportbremse - "lange bevor ein Produkt überhaupt die Grenze überschreitet".