Hightech-Klos aus Japan
Heute ist die Toilette in manchen Teilen der Welt längst Hightech. Vor allem in Japan: beheizte Sitze, Düsen für die perfekte Reinigung, ein sanfter Luftstrom zum Trocknen, automatische Deckel, die sich wie von Zauberhand selbständig öffnen und schließen, und musikalische Untermalung gehören zum Standard. Parallel gewinnt Nachhaltigkeit an Bedeutung: Komposttoiletten und Modelle mit Wasser-Recycling gelten als Zukunftslösungen für eine wachsende Weltbevölkerung.
Doch während ultramoderne Toiletten mit Sitzheizung, integrierter Bidet-Funktion und Geruchsabsaugung in reicheren Nationen immer populärer werden, bleibt die Wirklichkeit anderswo dramatisch: Unsichere Sanitär- und Hygienesituationen sind mitverantwortlich für Krankheiten wie Durchfall, Cholera und Typhus - besonders bei Kindern.
Warnung der Vereinten Nationen
So sterben laut aktuellen Zahlen der WHO täglich rund 1.000 Kinder unter fünf Jahren an Krankheiten, die auf eine unzureichende Sanitärversorgung, unsicheres Wasser und mangelnde Hygiene zurückgehen. Bei der derzeitigen Fortschrittsrate werden laut UN im Jahr 2030 immer noch drei Milliarden Menschen ohne sichere Toiletten leben.
Zahlen klingen immer trocken – doch ihre Folgen sind es nicht: Wenn kein sicherer Ort zum Verrichten der Notdurft vorhanden ist, steigt nicht nur das Risiko für Erkrankungen. Es hat auch etwas mit Menschenwürde zu tun. Von der Schaufel bis zum Spülknopf: Die Toilette ist ein Spiegel der Zivilisation. Sie erzählt eine Geschichte von Hygiene, Erfindergeist und Fortschritt – und einer Menschheit, in der Luxus und erschütternde Armut noch immer nebeneinander existieren.