Weniger Lastwagen in der Dorfstraße Holenbrunner können wieder aufatmen

Jahrelang rollte Lastwagen an Lastwagen durch den Wunsiedler Ortsteil. Seit einiger Zeit ist es hier wieder ruhiger.

Mittlerweile sind deutlich weniger schwere Lastwagen in Holenbrunn unterwegs. Foto: Isa Fassbender/dpa

Holenbrunn - Drei Jahrzehnte lang wollten die Holenbrunner eine Umgehungsstraße. Jahr für Jahr vertröstete das Staatliche Bauamt mit Verweis auf die fehlenden Mittel die Bürger. Als der Weg endlich frei war, stellten einige Bürger eine Resolution und forderten, die Pläne für die Umgehung zu stoppen. Der Stadtrat hörte im Juli 2019 auf diese Bürger und revidierte damit einen Beschluss, den er sechs Monate zuvor gefällt hatte. Damals, kurz vor Weihnachten 2018 hatte das Gremium einen zügigen Bau der Umgehung gefordert. Soweit die Geschichte. Doch auch in der Folgezeit ist es in Holenbrunn buchstäblich nie ganz ruhig geworden. Dies lag vor allem am Erfolg des nahen Energieparks. Tag für Tag steuerten im Durchschnitt weit mehr als 500 Lastwagen das zukunftsweisende Firmen-Cluster an – und fuhren in aller Regel durch Holenbrunn.

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Heute ist es in dem Wunsiedler Ortsteil deutlich ruhiger. Dies bestätigen Zahlen, aber auch die Wahrnehmung von Bürgern. Michael Menkhoff von den Aktiven Bürgern hat jüngst im Stadtrat von Gesprächen mit einigen Holenbrunnern berichtet. Diese hätten bestätigt, dass die Verkehrsbelastung erträglicher geworden sei.

Dies zeigt, dass die noch in der Amtszeit Karl-Willi Beck vom Stadtrat beschlossenen Hilfen greifen. So wurde die Wintersreuther Straße zwischen der Egerstraße in Holenbrunn und der Straße Am Energiepark für den Schwerlastverkehr gesperrt. Auch hat die Stadt offenbar erfolgreich darauf hingearbeitet, die Verkehrsströme schon weiträumig umzulenken. Die Autobahn 93 ist mittlerweile so beschildert, dass Lastwagen, die von Richtung Hof zum Energiepark fahren wollen, erst die Ausfahrt Süd nutzen und folglich über die Kreisstraße Wun 14 nach Wunsiedel fahren.

Auch eine Good-Will-Aktion hat gefruchtet. Die Stadt hatte alle Firmen im Energiepark über die Verkehrssituation aufgeklärt und sie gebeten, die Zulieferer anzuweisen, künftig nicht mehr durch Holenbrunn zu fahren.

Zudem hat die Stadtverwaltung in Holenbrunn Messstellen installiert, die zeigen, wie sich das Verkehrsgeschehen entwickelt. Ein Vergleich der Tage Montag, 28. Oktober 2019 und Montag, 3. Mai 2021 zeigen, wie sich die Situation verändert hat. Heute rollen zwar sogar mehr Kraftfahrzeuge durch die Egerstraße in Holenbrunn (5483 zum jüngsten Stichtag und 5356 am Vergleichstag 2019), doch der Schwerlastverkehr hat sich deutlich verringert. Statt 546 Lastwagen waren es jüngst nur noch 362 innerhalb von 24 Stunden. Das sind zwar immer noch viele, aber die richtig großen Brummer sind mittlerweile seltener zu sehen und zu hören. Davon, dass es in den Wohnungen regelrecht „scheppert“, wenn die Laster an den Häusern vorbeidonnern, ist mittlerweile nicht mehr – oder wenn dann nicht mehr öffentlich – die Rede. Matthias Bäumler