Wer verdient das Geld im Fichtelgebirge? Dienstleister dominieren im Landkreis

Teja Banzhaf Zeitungsdienst Südwest GbR (43)
Die Dienstleister tragen im Landkreis Wunsiedel den größten Teil zur Bruttowertschöpfung bei. Foto: dpa/Angelika Warmuth

Im Gegensatz zu vielen anderen Regionen spielt das produzierende Gewerbe aber nach wie vor eine große Rolle. Die Land- und Forstwirtschaft hat einen geringen Anteil an der Bruttowertschöpfung.

Wunsiedel - Geld fällt nicht vom Himmel. „Bruttowertschöpfung’’ ist einer der eher sperrigen Begriffe, die definieren, woher das Geld kommt. Und dann gibt es noch den wirtschaftlichen Wandel. Der geht so: Erst verdrängt die industrielle Produktion die Landwirtschaft als Hauptfaktor der Bruttowertschöpfung, dann überholt die Dienstleistungsbranche die Produktion und derzeit wühlt der digitale Wandel samt Corona alte Strukturen auf und zwingt Unternehmen, ihre Geschäftsmodelle grundlegend zu überdenken. Die Dienstleistungsbranche wächst und wächst. Hier muss der Servicebereich intensiviert werden, dort müssen spezifische Softwarelösungen entwickelt oder der aber ein kühles Helles serviert werden. Bundesweit hängt die Bruttowertschöpfung inzwischen zu 68,7 Prozent von den Dienstleistungsbranchen ab. Im Landkreis Wunsiedel tragen die Dienstleister zu 58,6 Prozent zur hiesigen Bruttowertschöpfung bei, das Produzierende Gewerbe runde 40,1 Prozent. Damit liegt der Kreis Wunsiedel in der Bundesliga der Produktion auf Platz 109. In der Bundesliga der Dienstleister ist es Platz 289 von jeweils 401 ausgewerteten Stadt- und Landkreisen.

Auf den Landkreis heruntergebrochen, lag hier die Bruttowertschöpfung bis Ende 2018 (neuere Daten gibt es noch nicht) bei 2,6 Milliarden Euro. 58,6 Prozent davon steuerte der Dienstleistungsbereich bei, weitere 40,1 Prozent das Produzierende Gewerbe, wobei auf das Verarbeitende Gewerbe ein Anteil von 33,3 Prozent kam und auf die Bauwirtschaft 4,4 Prozent. Die Land- und Forstwirtschaft wiederum steuerte noch 1,2 Prozent bei. In Euro waren es 28,75 Millionen Euro.

Kaum noch Landwirtschaft

Im Dienstleistungsbereich wird die Bruttowertschöpfung für den Landkreis auf 1,4 Milliarden Euro beziffert. Diese 58,6 Prozent des örtlichen Bruttoinlandsprodukts lassen sich, wie folgt, aufschlüsseln: Aus dem Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information, Kommunikation stammen 12,2 Prozent. Auf den Bereich Finanzen-, Versicherungen, Unternehmensdienstleistungen, Grundstücks- und Wohnungswesen entfielen 23,7 Prozent und auf den Bereich öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit 22,7 Prozentpunkte.

Die Bandbreite der Verteilung der Bruttowertschöpfung reicht von Bonn, das die Bundesliga der Dienstleister mit 94,7 Prozent anführt, bis zu dem Autostandort Wolfsburg, das in der Bundesliga der Produktion mit 79 Prozent vor Ingolstadt mit 73,6 Prozent führt.                              Teja Banzhaf

 

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