Campus Kulmbach Ludwig fragt nach dem Status quo

Sachstandsberichte wie ihn im Bild Gründungsdekan Stephan Clemens im Kulmbacher Stadtrat erstattet hat, gibt es genug. Doch der Fortschritt, was den Bau des Campus angeht, lässt weiter auf sich warten. MdL Rainer Ludwig hat jetzt dazu Fragen an die Staatsregierung gestellt. Foto: /Melitta Burger

Man hört nichts mehr, wie es um den Grundstücksankauf für die Uni in Kulmbach steht. Der Landtagsabgeordnete Rainer Ludwig hat jetzt nachgefragt.

Kulmbach - Knapp ein Jahr ist seit dem Uni-Gipfel im Bayerischen Landtag vergangen, teilt der Kulmbacher Landtagsabgeordnete Rainer Ludwig (FW) mit. Am 24. November 2020 waren alle entscheidenden Akteure zu einem Spitzengespräch zusammengekommen, um über Kurs und Zeitplan der neu geschaffenen 7. Fakultät der Universität Bayreuth am Standort Kulmbach zu diskutieren und die nächsten entscheidenden Schritte zu fixieren. Bei diesem gemeinschaftlichen Treffen wurde maßgeblich auch die Grundstücksverhandlungen der Kulmbacher Brauerei mit der Immobilien Freistaat Bayern (IMBY) thematisiert. Doch seither wurde öffentlich nichts mehr bekannt, ob es einen Fortschritt in dieser Angelegenheit gibt. Lediglich hinter vorgehaltener Hand wird diskutiert, dass die Kulmbacher Brauerei wohl einen Preis fordern soll, der unter den Fachbegriff „Überwertankäufe“ fällt.

Der Kulmbacher FW-Landtagsabgeordnete Rainer Ludwig blickt auf den „Campus-Gipfel“ zurück: „Diesen konstruktiven und wertvollen Austausch habe ich als wichtigen Meilenstein empfunden. Für die gesamte Region hatte es eine bedeutende Signalwirkung, dass sich sowohl Wissenschafts- und Bauministerium uneingeschränkt und mit viel Leidenschaft zum Campus Kulmbach bekannt haben.“

Im Rahmen dieses Gipfels hätten sich laut Rainer Ludwig alle Beteiligten seitens der Staatsregierung beziehungsweise der Ministerien, die Landtagsabgeordneten, die Vertreter der Kommunalpolitik sowie der Universität Bayreuth auf gemeinschaftlicher Basis darauf verständigt, wegweisende Eckpunkte für die Fortentwicklung und Realisierung der Kulmbacher Fakultät zu finden.

„Mit der Bitte und einer auch von mir gewünschten und eingebrachten Forderung nach einer klaren Strategie, einem strukturierten Fahrplan, einer konsequenten Steuerung, einer verlässlichen Koordination und Verzahnung sowie einem kontinuierlichen Dialog, hatten wir perspektivisch gemeinschaftlich die Weichen gestellt und ein ermutigendes Signal zum Durchbruch für weitere Verhandlungen erzielt.“

Inzwischen haben, wie Ludwig schreibt, die Lehrveranstaltungen in Kulmbach begonnen. Allerdings müsse bislang weitgehend auf provisorische Zwischenlösungen zurückgegriffen werden. Als Beispiel nennt Ludwig die Vorlesungen, für die die Uni das Kulmbacher Kino angemietet hat.

Vor Ort existiere oft der Eindruck, dass die Verhandlungen gefühlt in Verzug wären oder schleppend vorangehen, meint Rainer Ludwig. Bei verantwortlichen Akteuren, aber auch innerhalb der Bevölkerung höre man vielfach die Frage, wann Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Campus auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofgeländes sichtbar werden.

„Als Landtagsabgeordneter für Kulmbach und die Region liegt es mir natürlich am Herzen, dass nun motivierende Zeichen öffentlich transparent geschaffen werden, die die vorhandene Entschlossenheit und den Handlungswillen der verantwortlichen Akteure widerspiegelt.“ Ludwig hat sich deshalb nun noch einmal schriftlich an Wissenschaftsminister Bernd Sibler und Bauministerin Kerstin Schreyer gewandt. Er bittet darin um ein Update zum aktuellen Sachstand des Prozesses – allen voran betreffend die Verhandlungen von Kulmbacher Brauerei und der Immobilien Bayern (IMBY), die aufseiten des Freistaats die Verhandlungen führt. „Ich gestatte mir die Frage, in welchem Stadium sich der Fahrplan des Uni-Campus Kulmbach befindet, um sicherstellen, ob und wann die Verhandlungen zwischen den beiden Partnern zeitnah zu einem positiven Abschluss kommen werden.“

Die neue Fakultät „Life Science – Food & Health“ sei für den Lebensmittelstandort Kulmbach ein absolutes Leuchtturmprojekt. Das Thema Campus habe in den vergangenen Jahren in allen Bereichen eine umfassende Aufbruchsstimmung ausgelöst, der nun dringend neues Leben eingehaucht werden müsse, fordert der Abgeordnete.

Am Rande der Plenarsitzung am vergangenen Freitag hat Rainer Ludwig sein Schreiben den beiden Staatsministern Kerstin Schreyer und Bernd Sibler persönlich überreicht und den aktuellen Sachstand gemeinsam besprochen. „Es war ein höchst einvernehmliches Gespräch, das wir im Sinne des Campus Kulmbach führen konnten. Nach Auskunft der Minister sei aktuell alles im Fluss“, erklärte Ludwig im Anschluss an das Treffen. „Wir wollen auch weiterhin mit voller und ambitionierter Tatkraft das Projekt unterstützen, damit wir es zügig in die nächste Phase bringen und wir dem Campus gemeinsam den nötigen Rückenwind geben können.“

Entscheidend hierfür sei auch die finanzielle Ausstattung und Begleitung durch nachhaltige Förderung, um entsprechende Planungssicherheit zu gewährleisten. Eine Verabschiedung des Grundstückserwerbs werde als ein nächster wesentlicher Meilenstein in der Entwicklung und Historie des Campus Kulmbach gewertet. Der Kulmbacher Abgeordnete bittet eindringlich, dass nun nach Finalisierung der Rahmenbedingungen in Kürze die notwendigen Mittel freigegeben werden können. Deshalb hat der Kulmbacher Landtagsabgeordnete bereits seinen Fraktionskollegen und haushaltspolitischen Sprecher der Freien Wähler, Bernhard Pohl, sensibilisiert. „Ich habe ihn eindringlich darum gebeten, dass der Campus bei den bevorstehenden Haushaltsverhandlungen im Bayerischen Landtag Berücksichtigung findet.“

Als Mitglied des Landtags verstehe er sich als Mittler zwischen Kommunal- und Landespolitik und wolle sich weiterhin kraftvoll für die Förderung des Uni-Standortes Kulmbach einsetzen. Rainer Ludwig abschließend: „Kulmbach kann so als wirtschaftliches Oberzentrum deutlich an Strahlkraft gewinnen und damit die gesamte oberfränkische Region beflügeln.“

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