Wieder eine Nacht des Wassers 30 Einsätze im Landkreis Kulmbach

Die Retter sind in der Nacht zum Montag an vielen Stellen im Kreis gleichzeitig gefordert. Überlaufende Bäche halten die Kräfte über Stunden in Atem. Yves Wächter von der Feuerwehr berichtet von einer bewegten Nacht.

Kulmbach - Das Unwetter habe sich durch den ganzen Bereich der Integrierten Rettungsleitstelle Bayreuth-Kulmbach gezogen, sagt Kreisbrandmeister Yves Wächter. Der Sprecher der Kulmbacher Feuerwehren berichtet von 55 Alarmierungen im Einzug der Leitstelle. Der Schwerpunkt habe mit etwa 30 Einsätzen im Landkreis Kulmbach gelegen. Aber auch Nachbargemeinden im Bayreuther Land waren betroffen. So standen in Bindlach im Heinersgrund wieder einmal ganze Straßenzüge massiv unter Wasser. Über Bindlach, so sagte es ein Sprecher des Rettungsleitstelle, sei der Schwerpunkt des Gewitters gelegen. Aber auch umliegende Gemeinden waren massiv betroffen. In Heinersreuth und zum Teil auch im Bayreuther Stadtgebiet hatten zahlreiche Haushalte über längere Zeit keinen Strom. Zu Stromausfällen durch das schwere Gewitter war es aber auch im Gemeindebereich von Neudrossenfeld gekommen. Die Wetterwarndienste hatten für dieses Unwetter die Stufe „Rot“ ausgegeben.

„Zwischen Neudrossenfeld und der Stadt Kulmbach war der Schwerpunkt des Unwetters“ berichtet Yves Wächter. Umgestürzte Bäume und zahlreiche geflutete Keller haben Feuerwehrleute in mehreren Gemeinden in Atem gehalten. „Großräumig war auch die Stadt Kulmbach betroffen“, sagt Wächter weiter. Er berichtet von Kanaldeckeln, die von den Fluten aus ihren Verankerungen gerissen worden sind und von gleich mehreren Blitzeinschlägen in Oberfranken.

Weil die Folgen des Unwetters so weitreichend waren, hatte die Feuerwehr in Kulmbach eine Einsatzleitung aufgebaut, die alle Alarmierungen koordinierte. Die Verantwortlichen dort hatten, wie auch die Helfer vor Ort, alle Hände voll zu tun. Der Morgen war längst angebrochen, als die Einsatzleitung ihre Arbeit wieder beenden konnte.

Das Gewitter mit zahlreichen Blitzen und Donner hatte in der Nacht zum Montag viele Menschen im südlichen Landkreis in Schrecken versetzt. Wer mit dem Auto in der Nacht unterwegs gewesen ist, stand teilweise vor Herausforderungen. „Es ging nur noch im Schneckentempo voran und war alles andere als einfach“, berichtet ein Autofahrer von seiner Fahrt mitten durch die Unwetterfront.

Teilweise seien die Straßen richtig unter Wasser gestanden, man habe in dem Regenguss die Hand nicht mehr vor Augen gesehen. Er sei heilfroh gewesen, sagt der Mann, als er nach dieser „Horrorfahrt“ endlich heil zu Hause angekommen war.

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