Wiesenfest Selb Festauftakt hält Polizei auf Trab

Symbolbild Foto: dpa

Nicht immer friedlich ging es zum Auftakt des Heimat- und Wiesenfestes in Selb zu. Die Polizei hatte allerhand zu tun, wie aus dem Polizeibericht hervorgeht.

Ein 26-jähriger Mann parkte am Donnerstagabend seinen VW Golf auf dem Wiesenfest-Parkplatz an der Wunsiedler Straße. Als er am Freitagnachmittag zu seinem Fahrzeug zurückkehrte, musste er feststellen, dass sein Golf mit einem spitzen Gegenstand an der Beifahrerseite verkratzt worden war. Am Fahrzeug entstand ein Schaden von rund 1000 Euro. Zeugenhinweise bitte an die Polizeiwache Selb unter Tel. 09287 / 99140 oder die Polizeiinspektion Marktredwitz, Tel. 09231/96760.

Am Freitag gegen 22:45 Uhr gerieten zwei Festbesucher, ein 21Jähriger und ein 22Jähriger, in der Franz-Heinrich-Straße in Streit. Noch bevor es zur Auseinandersetzung kam, wurden die beiden Kontrahenten von der hinzugezogenen Polizeistreife getrennt und Platzverweise ausgesprochen. Der 21Jährige wurde seiner Mutter übergeben, der 22Jährige ging zum Schlafen in sein Fahrzeug.

Wenige Minuten später, etwa gegen 23:30 Uhr, konnte eine Streife verhindern, dass ein 42-Jähriger trotz Alkoholisierung mit seinem Pkw nach Hause fuhr. Noch vor Fahrtantritt wurde der Mann einer Kontrolle unterzogen. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 2,14 Promille. Es wurde folglich der Fahrzeugschlüssel sichergestellt und so eine Trunkenheitsfahrt verhindert.

Kurz nach Mitternacht kam es dann zur ersten Körperverletzung auf dem Festplatz am Goldberg: Zunächst kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen einem 37Jährigen und einem 16Jährigen Mitarbeiter eines Schaustellerbetriebes, wobei nach ersten Erkenntnissen die Aggressionen zunächst vom  Älteren der Beiden ausgegangen sein dürften. Eine in der Nähe befindliche Polizeistreife wurde auf die Schlägerei aufmerksam und schritt ein. Da der stark alkoholisierte 37Jährige äußerst aggressives Verhalten auch gegenüber den Polizeikräften zeigte, musste er in Gewahrsam genommen werden, um eine weitere Eskalation am Goldberg zu verhindern. Mit dieser polizeilichen Maßnahme zeigte sich der Herr absolut nicht einverstanden und schlug zunächst noch am Festgelände gegen einen Beamten und wehrte sich dann vehement gegen den Transport zur Polizeiinspektion Marktredwitz. Auch in den Räumlichkeiten der PI Marktredwitz leistete der 37Jährige weiterhin massiven Widerstand gegen das Verbringen in die Haftzelle. Hierbei biss er u.a. einen Beamten in die Hand.Er muss sich nun wegen Körperverletzung, Tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte und Widerstand verantworten. Beide Beamte waren weiterhin dienstfähig.

Gegen 1.30 Uhr wurde die Polizei erneut zu einer Streitigkeit auf dem Festgelände hinzugezogen: Ein 20Jähriger und ein 21Jähriger gerieten in derart aggressiver Art und Weise aneinander, dass Einsatzkräfte die Beiden trennen und einen Platzverweis für das Festgelände aussprechen mussten. Beide Männer zogen dann in unterschiedliche Richtung von dannen.

Auch im Zusammenhang mit dem Wiesenfest dürfte der Diebstahl eines Verkehrszeichens stehen: Gegen 2:35 Uhr wurde der Polizei mitgeteilt, dass am Vorwerk eine Person mit einem Verkehrsschild läuft. Die eingesetzte Streife traf schließlich auf einen 24Jährigen, der auf einer Wiese nahe der Hohenberger Straße ein kleines Nickerchen eingelegt hatte. Seinen Beute, ein Umleitungs-Verkehrszeichen, lag neben ihm. Alkoholisierung 2,12 Promille. Den jungen Mann erwartet einen Anzeige wegen Diebstahls.

Zu einer weiteren Auseinandersetzung kam es gegen 3 Uhr an einer Schnapsbude am Festgelände. Nach einer Rangelei griff der Sicherheitsdienst ein und entfernte zunächst einen 31Jährigen aus dem dortigen Bereich. Hierbei wehrte sich dieser, drohte den Sicherheitskräften mit „Abstechen“ und beleidigte diese zudem. Letztendlich griff auch noch die 26jährige Schwester des Aggressors ein und schlug einer Sicherheitsdienst-Mitarbeiterin ins Gesicht. Der Mann muss sich nun wegen Bedrohung und Beleidigung vor der Justiz verantworten, seine Schwester erwartet ein Strafverfahren wegen Körperverletzung.

Überschüssige Energie bei überschaubarem Verstand: Unbekannte Heimkehrer legten gegen 3 Uhr in der Hohenberger Straße ein schweres Verkehrsschild um. Trotz massiven Betonsockel gelang es den Übermütigen das große Schild umzukippen. Der Bauhof Selb nahm sich der Sache an und stellte das Schild wieder auf. Schaden dürfte ersten Einschätzungen zur Folge nicht entstanden sein.

Den „Festausklang“ läuteten dann gegen 4 Uhr ein 22-Jähriger und ein 39-Jähriger am Festgelände ein: Nach einem hitzigem Streit versuchte der 22-Jährige seine Argumente mit den Fäusten zu verstärken und schlug dem Älteren ins Gesicht. Der 39-Jährige nahm hierauf einen Maßkrug und zertrümmerte diesen auf dem Kopf seines jüngeren Kontrahenten. Der 22Jährige zog sich hierbei eine Kopfplatzwunde zu und musste mit dem Rettungswagen in das Krankenhaus eingeliefert werden  Gegen die beiden Männer wird nun wegen Körperverletzung, bzw. Gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Volltrunkene Festbesucher, die bis dato unbeteiligt waren, mischten sich hier immer wieder in das Geschehen ein und mussten durch Polizeikräfte, teilweise mit Unmittelbaren Zwang, von der Örtlichkeit weggedrängt werden.

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