Drei große Feste abgesagt Selb: Rund geht es auch heuer nicht

2019 war die Welt noch in Ordnung: Die Selber vergnügten sich auf dem Goldberg. Wie im vergangenen Jahr verhindert Corona auch heuer das Selber Heimat- und Wiesenfest. Foto: /Archiv Florian Miedl

Selb sagt die drei großen Feste des Jahres ab. Auch die „Wochen des Weißen Goldes“ finden nicht statt. Das Forum „Selb erleben“ möchte aber an einem Porzellanfohmarkt festhalten.

Selb - Es war eine Entscheidung, die dem Selber Stadtrat sicher nicht leichtgefallen ist, die aber doch ohne Diskussion getroffen wurde: Die Stadt Selb hat nicht nur das Bürger- und das Porzellinerfest abgesagt, sondern auch das Heimat- und Wiesenfest (die Frankenpost berichtete). „Wir sind jetzt in der Situation, in der wir uns nie befinden wollten“, sagte Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch in der Stadtratssitzung am Mittwoch.

Absprache mit Organisatoren

Bereits im Vorfeld war die Verwaltung gemeinsam mit den Mitorganisatoren, darunter Wiesenfest-Festwirt Hans-Rainer Spannruft und das Forum „Selb erleben“, zu dem Ergebnis gekommen, die Feste abzusagen. „Bürgerfest, Wiesenfest und Porzellinerfest können in diesem Jahr nicht in der bekannten Form und dem bisherigen Umfang durchgeführt werden“, begründete Hauptamtsleiterin Nicole Abraham den Schritt. Die Verträge mit Veranstaltungsservice, Schaustellern, Festwirt und Brauereien sollen um die Dauer der ausgefallenen Feste, aktuell zwei Jahre, verlängert werden. „Wir hatten immer gehofft, in veränderter Form unser Wiesenfest feiern zu können“, sagte Ulrich Pötzsch. „Die Entwicklungen in Sachen Corona zeigen jedoch, dass wir auch ein Jahr später nicht unbedingt reicher an Erfahrungen sind.“ Jetzt seien Konsequenz und Flexibilität gefragt: Einerseits gelte es Zusammenkünfte zu vermeiden, andererseits strebe die Stadt an, kleinere Formate von Veranstaltungen und Ausstellungen zu organisieren, sobald es die Infektionszahlen und die Corona-Regeln zulassen. Dabei zählte der Rathauschef auf das ehrenamtliche Engagement der Selberinnen und Selber. Dem Virus zum Opfer fallen auch die „Wochen des Weißen Goldes“ samt Eröffnungsveranstaltung und Ausstellung im Rosenthal-Theater. Auch diese Entscheidung fiel in Rücksprache mit den Ausstellern. Marktsonntage, so sagte Nicole Abraham, seien je nach Corona-Lage denkbar – auch um dann andere Verkaufsstellen öffnen zu können.

Kleiner Porzellanflohmarkt

„Das ist ein trauriges Thema“, sagte Anneliese Schade (Aktive Bürger). „Das Corona-Virus ist mächtiger als unser Wiesenfest-Virus.“ Was bleibe, seien die Hoffnung auf Alternativveranstaltungen und ein Ende der Durststrecke.

„Wir müssen das tun, was wir nicht gerne tun. Uns bleibt keine andere Wahl“, bilanzierte Walter Wejmelka (SPD). Auch er hoffte auf die ein oder andere Veranstaltung, etwa die Schlemmernacht, im Herbst. Wejmelka bat die Verwaltung zu prüfen, ob Wiesenfest und Porzellinerfest im nächsten Jahr um einen Tag verlängert werden können. „Die Gedanken gibt es bereits“, sagte Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch.

Unabhängig von der Entscheidung des Selber Stadtrats versucht das Forum „Selb erleben“, einen Porzellanflohmarkt zu veranstalten. Der soll in reduziertem Umfang, das heißt mit einer verringerten Anzahl von Ständen, die zudem in erheblich größeren Abständen voneinander aufgestellt werden, stattfinden. Einbahnstraßenregelungen, Maskenpflicht und Kontrollen sollen die Sicherheit der Besucher gewährleisten, hieß es am Mittwoch im Stadtrat.

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