Hof/Prag - Die Deutsche Bahn (DB) ist mit dem 2010 erworbenen britischen Verkehrskonzern Arriva derzeit der größte Regionalbus-Betreiber in Tschechien. Im tschechischen Schienenverkehr gelang es Arriva bislang noch nicht, Ausschreibungen zu gewinnen. Mit einem ehemals in Hochfranken eingesetzten Dieseltriebwagen VT 628 geht Arriva jetzt in Prag im eigenwirtschaftlichen Nah- und Fernverkehr in die Offensive. Am Montag nahm die DB-Tochter mit dem modernisierten Fahrzeug im Arriva-Design den Verkehr auf. Vom Prager Hauptbahnhof ins 49 Kilometer entfernte Benesov (Beneschau) fährt der Triebwagen werktags im Zweistundentakt. Die Preisgestaltung ist eine Kampfansage an die Staatsbahn Ceské Dráhy (CD). Mit 50 Kronen (1,90 Euro) kostet die einfache Fahrt ein Drittel weniger als bei der CD. Zudem ist der Arriva-Zug schneller unterwegs als die S-Bahn, die an jeder Station hält. An den Wochenenden macht das ehemalige Hofer Fahrzeug künftig "Karriere" im internationalen Fernverkehr. Erstmals am 5. März bietet Arriva samstags eine Express-Verbindung von Prag über Olomouc (Olmütz) ins westslowakische Trencín (Trentschin) an. Sonntags fährt dieser Express-Zug die 402 Kilometer lan ge Strecke zurück nach Prag. Werner Rost