Wittelsbacher Park Hof: Linke möchte Sämann umwidmen

red

Thomas Etzel, Die Linke, beantragt, das Denkmal des Sämanns Wittelsbacher Park zum Denkmal für den Frieden umzuwidmen – und den Sämann auch baulich mit Friedenssymbolik auszustatten. Der Ort sei noch unverändert so, wie ihn die Nazis in den 1930er-Jahren für ihre Gedenkrituale genutzt hätten.

Sockel ummantelt, von Friedenstauben umgeben: So oder so ähnlich stellen sich die Akteure einen künftigen „Sämann für den Frieden“ vor. Foto: privat

Das Kriegerdenkmal soll zum Denkmal für den Frieden werden: Linken-Stadtrat Thomas Etzel greift eine Idee auf, die seit Jahren schwelt im linkspolitischen Hof – und die einem jahrzehntelang nicht beachteten Ort in Hof neues Leben einhauchen könnte. In dem Antrag an die Oberbürgermeisterin, der der Redaktion vorliegt, bittet er, den Sämann im Wittelsbacher Park zum „Sämann des Friedens und der Versöhnung“ umzuwidmen, seinen Sockel mit Platten zu ummanteln und jene mit kurzen Texten des Gedenkens und der Mahnung zum Frieden zu versehen; außerdem möge eine lebensgroße Taube aus Metall dem fünf Meter hohen Metall-Mann auf die Hand gesetzt werden, um die Friedensbotschaft zu unterstreichen.

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Etzel weist in seinem Antrag auf die Entstehungsgeschichte und das damalige Motiv hin: Für die Errichtung 1927 hätten sich besonders stark die 24 (!) im städtischen Denkmalausschuss vertretenen Militaristenverbände stark gemacht. Der Sämann und seine Blickachse zum nahen Obelisken (ein Siegesdenkmal für den gewonnenen deutsch-französischen Krieg 1870/71) sei seit jeher als offensichtlich revanchistischer Bau zu erkennen gewesen. So hätten vor der Gefallenen-Wand mit Helden-Inschrift in den 1930 auch gern die Nazis ihre Gedenkrituale inszeniert. Die Idee „Sä Frieden, Mann“ für die Umwidmung hat im vergangenen Jahr durch Alex Jäger, Kreisvorsitzender des DGB Hochfranken, und Eva Petermann, Kreisvorsitzende der VVN-BdA Hof-Wunsiedel, Fahrt aufgenommen. Thomas Etzel bittet die Stadt nun, hier „ein markantes, sichtbares Signal zu setzen gegenüber allen Bestrebungen, es auf einen erneuten Weltkrieg ankommen zu lassen“. Er bittet darum, eine Finanzierung durch Stiftungen zu prüfen, und andernfalls Mittel in den städtischen Haushalt 2023 einzustellen. red