Hoffen auf Rückkehrer
Gegen die Slowakei will Nagelsmann die angeschlagenen Kimmich und Schlotterbeck wieder "auf dem Acker sehen". Tatsächlich wurde die Mentalität der Führungsspieler vermisst. Bei Schlotterbeck ist der Bundestrainer nach dessen Fußblessur "vorsichtig optimistisch", bei Kapitän Kimmich hingegen nach der Knöchelverletzung "vorsichtig skeptisch".
Die Wahrheit ist auch, dass das Duo alleine keine Wunder bewirken kann. Für eine internationale Konkurrenzfähigkeit muss Nagelsmann auf die Rückkehr anderer fehlender Fixgrößen hoffen. Marc-André ter Stegen im Tor, Antonio Rüdiger in der Abwehr, Jamal Musiala und Kai Havertz in der Offensive, dazu eben noch Kimmich und Schlotterbeck: Mehr als die halbe Startelf könnte und dürfte bei der WM anders aussehen.
Zu einer WM-Versicherung für Nagelsmann ist Torjäger Woltemade geworden. Noch vor wenigen Wochen wurde die Frage gestellt, warum dieser im DFB-Trikot nicht trifft. Nun gingen die letzten drei Treffer beim 1:0 in Nordirland und mit dem Doppelpack in Luxemburg auf das Konto des Angreifers.
Nagelsmann lobte den 1,98-Meter-Schlaks nicht nur für seine Tore, sondern auch für seine Arbeit in die Tiefe, einen enormen Fleiß. "Ich freue mich. Er hat ähnliche Chancen gehabt in der Nations League, die er auch zu seinem Leidwesen noch nicht genutzt hat. Jetzt ist er halt super drin, auch in Newcastle, daher ist er wichtig für uns", sagte der Bundestrainer.
Remis hätte auch schlechte Auswirkungen
Nagelsmann will nicht auf Unentschieden spielen lassen. Ein Remis würde auch den wichtigen Platz im besten WM-Lostopf zunichtemachen. Auf einen Topgegner wie Argentinien oder Spanien schon in der Gruppenphase hat bei der DFB-Elf keiner Lust. Und auf WM-Playoffs sicher auch nicht.
"Generell haben wir schon irgendwie eine gewisse DNA in der Mannschaft und es kommen die meisten von Clubs, wo sie Favorit sind", erwartet Nagelsmann eine Siegermentalität. Aber: "Wir haben keine Phase, wo wir den Gegner aus dem Stadion schießen, sondern wir müssen uns Dinge erarbeiten".