Sachsen und Thüringen versuchen ebenfalls, die Zügel zu straffen. Die thüringische Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) setzt auf Einschränkungen für Ungeimpfte, zumal sich auch die Lage in den Kliniken des Landes zuspitzt. In Pflegeheimen will sie die Testpflicht für Beschäftigte ausweiten. Bei den Kommunen pocht sie auf Umsetzung der Regeln in Warnstufe drei. Demnach dürfen nur noch Geimpfte, Genesene oder PCR-Getestete in Gaststätten.
Harte Maßnahmen in Sachsen
Sachsen will ab Montag sogar durchgängig 2G: In Restaurants oder Veranstaltungen im Inneren dürfen dann nur noch Geimpfte und Genesene, ein Test reicht nicht. Das sei nicht unzumutbar, sagte Ministerpräsident Kretschmer in dem Radiointerview - vor allem im Vergleich zur kompletten Schließung von Geschäften und Restaurants.
Aber bringt 2G die Wende? Epidemiologe Scholz warnt, dass auch Geimpfte sich nicht zu sicher fühlen sollten. Der Impfschutz nehme nach sechs Monaten deutlich ab, am schnellsten bei älteren Menschen. „Die geimpften Risikogruppen sind jetzt wieder gefährdet, da muss man aufpassen“, sagt der Leipziger Wissenschaftler.
Deshalb bräuchten Menschen über 70 Jahre jetzt dringend einen „Booster“, und auch für alle anderen sei eine solche Auffrischung sinnvoll. „Ich verstehe nicht so ganz, dass man da so lange zögert“, sagt Scholz. „Das ist jetzt wirklich höchste Eisenbahn.“