Wunsiedel - Hätte, hätte Fahrradkette. Wer böswillig sein wollte, der könnte einige der Thesen von Bürgermeister Karl-Willi Beck so kommentieren. Aber das will natürlich niemand. Denn nicht nur er, die Stadt hat es schwer. Sehr schwer. Hätte nämlich die Stadt Gewerbesteuer-Einnahmen in der Höhe des Landesdurchschnitts, dann sähe die Lage weit rosiger aus. Beck glaubt sogar, dass der Haushalt genehmigungsfähig wäre. Warum die Wunsiedler Wirtschaft so wenig Gewerbesteuern zahlt, ist nicht klar. Tatsache ist, dass noch 2005 Gewerbesteuerzahlungen in Höhe von 2,8 Millionen Euro in die Stadtkasse flossen. Im vergangenen Jahr waren es 2,3 Millionen Euro, also fast 20 Prozent weniger. In den kreisangehörigen Gemeinden in Bayern sind die Gewerbesteuereinnahmen in dieser Zeit hingegen um durchschnittlich 67 Prozent gestiegen. Im Falle Wunsiedels würde das bedeuten, dass 4,7 statt wie aktuell 2,3 Millionen Euro verbucht werden könnten. Auch die Einkommenssteuerentwicklung hinkt laut Beck hinter der des Freistaats hinterher. Wäre Wunsiedel auch hier im Landesschnitt, lägen die Einnahmen nicht bei 3,8 sondern bei 4,8 Millionen Euro. Alles in allem hinkt die Stadt demnach mit 3,4 Millionen Euro dem Freistaat hinterher - fast die Summe, die sie vergangenes Jahr an Stabilisierungshilfen erhalten hat.
Wunsiedel Beck beklagt geringe Steuereinnahmen
Redaktion 30.03.2018 - 17:12 Uhr