Wunsiedel – Dienstag kurz vor 19 Uhr im Minimarkt in der Wunsiedler Goethestraße. Die Verkäuferin ist allein in dem Supermarkt und will gerade schließen. Plötzlich betritt ein Mann den Laden, hält ihre eine Pistole entgegen und spricht nur zwei Wörter: „Geld, schnell“. Der Überfall dauert wenige Augenblicke. Zurück bleibt eine zutiefst verängstigte Frau, die die Polizei und die Inhaberin anruft.
Der Täter ist da bereits verschwunden. Ob er in einem Auto oder zu Fuß geflohen ist, kann die Polizei nicht sagen. Nur so viel steht fest: Der Mann hat einen hohen dreistelligen Betrag erbeutet.
„Bei dem Überfall mit einer Schusswaffe handelt es sich eindeutig um ein Verbrechen, das mit einer Haftstrafe von nicht unter einem Jahr geahndet wird“, sagt auf Nachfrage der Frankenpost Heiko Mettke von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Bayreuth. Der Überfall sei so schnell gewesen, dass die Verkäuferin nicht sagen konnte, ob es sich beim Täter um einen Deutschen handelt oder welchen Dialekt er sprach. Auch habe der Täter eine Sturmhaube getragen, sodass die Frau dessen Gesicht nicht sehen konnte. Der Mann sei etwa 1,80 Meter groß. Die Polizei hofft nun auf Hinweise von Anwohnern oder Passanten, die am Dienstagabend im Bereich der Goethestraße Personen oder Fahrzeuge wahrgenommen haben.
Am gestrigen Mittwoch war die Inhaberin des Minimarktes im Laden. Auf den ersten Blick geht der Betrieb normal weiter. „Muss ja, ich kann nicht so einfach zusperren“, sagt die Inhaberin im Gespräch mit der Frankenpost. Auch sie sei über das Geschehen schockiert. „Es ist das erste Mal, dass so etwas passiert ist.“ Ihre Gedanken sind bei der Mitarbeiterin, die mit der Pistole bedroht worden ist und verständlicherweise am Tag nach dem Geschehen nicht in der Arbeit sei. „Nachdem ich von dem Überfall informiert wurde bin ich sofort in den Markt gefahren.“ Bis gegen 22 Uhr hat die Spurensuche der Polizei in dem Laden gedauert. Mittlerweile denkt die Inhaberin über weitere Sicherungsmaßnahmen, etwa eine Kamera nach.
Raubüberfälle mit einer Waffe kommen nach den Worten von Polizeisprecher Heiko Mettke in der Region selten vor. Am Freitag vergangener Woche allerdings ereignete sich in einem Verbrauchermarkt in Wiesau ein ähnliches Verbrechen. In der Mittagszeit forderte dort ein Täter unter Androhung einer Schusswaffe Zigaretten. Mettke kann noch nicht sagen, ob es bei den Überfällen einen Zusammenhang gibt.
Die Inhaberin hofft, dass der Täter schnell gefasst wird. „Man rechnet ja nicht mit so etwas. Unser Markt liegt in einem Wohngebiet, da sind immer Menschen unterwegs.“ Genau hierin begründet sich die Hoffnung der Polizei auf Hinweise, die zur Ermittlung des Täters führen. M. Bäu.

Die Verkäuferin beschreibt den Täter wie folgt:

Er ist etwa 1,80 Meter groß und schlank. Er trug dunkle Kleidung und eine Sturmmaske. Das zuständige Fachkommissariat der Kriminalpolizei Hof hat folgende Fragen an die Bevölkerung:

  • Wer hat am Dienstagabend im Bereich der Goethestraße Personen oder Fahrzeuge wahrgenommen, die im Zusammenhang mit dem Überfall stehen könnten?
  • Wer hat nach dem Überfall die beschriebenen Personen auf der Flucht gesehen?

Hinweise an die Kripo in Hof unter der Telefonnummer 09281/7040.