Wunsiedel BRK muss neuen Rettungswagen für 190.000 Euro kaufen

Der BRK-Chef Thomas Ulbrich zieht nach dem spektakulären Unfall in Weißenstadt Bilanz: Den Verletzten geht es gut, doch der fast neue Rettungswagen ist Schrott.

Weißenstadt/Wunsiedel - "Bis auf kleine Blessuren sind unsere Mitarbeiter wohlauf", sagt BRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Ulbrich. Die Erleichterung über den relativ glimpflichen Ausgang des Unfalls mit einem Rettungswagen in Weißenstadt ist aber auch eine knappe Woche später noch deutlich im Klang seiner Stimme zu hören. Denn sowohl die Unfall-Szene als auch die Erstmeldung "zwei Personen im Rettungswagen eingeklemmt" hätten Schlimmes befürchten lassen.

Im Notfall rechts halten

Sobald man das Martinshorn hört, sollte man langsamer fahren und rechts anhalten, erklärt BRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Ulbrich. "Im Ort ist es wichtig, vorsichtig die Kreuzungen frei zu machen, auch wenn die Ampel rot ist, niemand muss da eine Strafe befürchten", stellt der Fachmann klar.

Doch wenn Ulbrich jetzt ein Fazit zieht, sagt er: "Wir müssen Gott danken! Es ist unglaublich, was für Kräfte bei so einer Kollision entstehen. Und das war innerorts bei geringeren Geschwindigkeiten." Passiert war der Unfall, weil das Rettungsfahrzeug (RTW) - mit Blaulicht und Martinshorn - ein Auto überholt hatte, das im gleichen Augenblick dabei gewesen war, links abzubiegen, ermittelte die Polizei. Durch die Kollision prallte der Rettungswagen an einen nahen Baum und kippte um. Auch der Baum stürzte dabei um und begrub ein parkendes Auto unter sich.

Ausrücken musste der Sanka, weil eine "leblose Person" von der Leitstelle gemeldet worden war. Ulbrich legt großen Wert darauf klarzustellen, dass der Unfall des Rettungswagens keinen Einfluss auf die Versorgung des Patienten in der Weißenstädter Therme hatte. "Mit dem Rettungswagen wurde von der Leitstelle gleichzeitig auch ein Notarzt-Fahrzeug alarmiert," erklärt Ulbrich. Und der Mediziner kümmerte sich mit seinem Assistenten sofort um den Kranken, auch die Helfer vor Ort waren im Einsatz. Leider habe der Arzt den Patienten nicht mehr retten können, bedauert Ulbrich.

Sofort nach der Unfallmeldung sei ein weiterer RTW in das Siebenquell Gesundzeitresort geschickt worden und drei weitere Sankas zum Unfall selbst. "Unsere Mitarbeiter wurden von den eigenen Kollegen abgeholt. Einer von ihnen konnte das Krankenhaus nach der Versorgung gleich wieder verlassen. Der Zweite blieb eine Nacht zur Beobachtung", informiert Ulbrich. Aktuell seine beide noch nicht im Dienst und erholten sich zu Hause. Auch der Fahrerin des beteiligten Autos gehe es gut.

Völlig zerstört worden ist der 18 Monate alte Rettungswagen der neuesten Generation im Wert von 190.000 Euro, einer von zwei im Kreisverband. Ulbrich hofft aber im Juli auf ein neues Ersatzfahrzeug. Solange behilft sich der Verband mit einem seiner zwei eigenen Ersatzfahrzeuge. Insgesamt gibt es sieben RTW, momentan sechs, und die Ersatzfahrzeuge im Landkreis Wunsiedel.

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