Wunsiedel Die ersten Bäume sterben den Dürre-Tod

Die große Trockenheit führt zu ungewöhnlichen Einsätzen: Weil die Tanks der Gärtner zu klein sind, hilft die Wunsiedler Feuerwehr beim Gießen der leidenden Stadtbäume.

Wunsiedel - In der dritten Juliwoche war es das erste Mal soweit: Die Wunsiedler Feuerwehr rückte mit einem 3800-Liter-Tank aus, um Kastanien und Säulen-Hainbuchen zu wässern. "Den Bäumen in der Stadt geht es nicht gut", erklärt Stadtförster Hubert Steinberger im Gespräch mit der Frankenpost. Vergeblich hatte Steinberger, der Chef des Kommunalunternehmens Infrastruktur, wochenlang auf ergiebigen Regen gewartet. Aber er kam nicht, und der Dürre-Stress für so manchen Baum im Stadtgebiet wurde immer schlimmer.

"Rund 200 bis 300 Liter braucht man, um einen Baum, zum Beispiel eine Kastanie am Marktplatz, ordentlich mit Wasser zu versorgen", sagt der Förster. Und nur 500 oder 1000 Liter fassten die normalen Tanks der Stadtgärtner, berichtet Steinberger. Deswegen hat er die Feuerwehr um Hilfe gebeten. Gegossen wurden die Bäume am Marktplatz und die relativ jungen Anpflanzungen im Bahnhofspark. "Leider ist in der Feldstraße auch schon eine Linde abgestorben", berichtet Steinberger. Aber auch am Freibad Parkplatz könne man Eschen beim Kahlwerden zu sehen.

Am empfindlichsten sind junge Bäume, die nach dem Pflanzen noch nicht genügend Zeit hatten, ausreichend tiefe Wurzeln zu bilden, beschreibt der Förster ein Problem. Schwierig seien aber auch manche Standorte, besonders die, an denen im Winter viel Salz anfällt. Außerdem sei es auch von der Baumart abhängig, wie stark sich die Trockenheit auswirkt. Aber alle Bäume schwäche die Dürre, und Schädlinge und Krankheiten hätten leichtes Spiel. Relativ gut mit der Trockenheit zurecht kämen die Eiche, die Esskastanie oder die Baumhasel.

Wenn Steinberger sich an vergangene Jahre erinnert, fällt ihm etwas auf. "2003 war auch ein heißes und trockenes Jahr, aber zwei Jahre in Folge solche Bedingungen, das ist wirklich eine Besonderheit", stellt der Experte fest.

Kurze Regenfälle wie am Montag und Mittwoch in dieser Woche würden den Bäumen nur relativ wenig helfen. "Zwischen sieben und 13 Liter pro Quadratmeter sind am Montag zum Beispiel nur gefallen", nennt Steinberger Zahlen. Viel zu wenig, um den Boden zu sättigen oder die Wasserpegel ausreichend ansteigen zu lassen.

Wenn es bis zum kommenden Wochenende wieder nicht genug regnen, wird Steinberger die Feuerwehr noch einmal bitten, mit dem großen Tankwagen anzurücken, um den Gärtnern beim Gießen zu helfen. Doch langsam wird auch das Wasser in den Teichen knapp. In manchen Löschteichen sei der Wasserstand inzwischen so niedrig, dass man nichts mehr entnehmen sollte. Auch das Niveau des Eisweihers sei inzwischen ziemlich niedrig. Im Mühlbach sei so wenig Wasser, dass einige Eschen am Freibadparkplatz absterben, und "auch die Fische bekommen in dem kleinen Fließgewässer Probleme", bedauert Steinberger. "Es ist fast nichts mehr gelaufen, und eine gewisse Kapazität muss sein", sagt der Förster.

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