Wunsiedel Hetze und Schmierereien Stein des Anstoßes

„Alle Schwule gehören ins Gefängnis“ – Rechtschreibung und Trennung sind nicht korrekt, aber sehr unter die Gürtellinie geht diese Schmiererei. Foto: /pr.

Auf einem Stein auf dem Kinderspielplatz beim Schwimmbad werden Schwule diskriminiert. Die Stadt Wunsiedel erstattet Anzeige und lässt die Kritzeleien entfernen.

Wunsiedel - „Alle Schwule gehören ins Gefängnis“ – Unbekannte haben diese Hetze auf einem Stein hinterlassen. Und der thront mitten auf dem Kinderspielplatz beim Wunsiedler Freibad. Nicht nur mit den Schmierereien hat sich hier jemand strafbar gemacht, sondern auch, weil er Menschen diskriminiert. Die Stadt Wunsiedel hat inzwischen auch Anzeige erstattet und sorgt dafür, dass die Graffiti weggewaschen werden.

„Sind denn in Wunsiedel derzeit nur noch Idioten unterwegs?“ Diese Frage stellt ein Bürger auf Facebook, wo er das Foto des Steins am Dienstagabend postet. „Kann die Stadt das Geschmiere bitte entfernen?“, richtet der Wunsiedler eine Bitte an Bürgermeister Nicolas Lahovnik.

Der ist natürlich empört ob der Schmierereien und vor allem wegen der Hetze, die ein Unbekannter hier in unausgereiftem Deutsch hinterlassen hat. Am gestrigen Mittwoch klinkt sich der Bürgermeister Wunsiedels kurz in die Diskussion im Netz ein und bedankt sich für den Hinweis: „Wir sind dran!“ Er habe dies nun angezeigt, damit die Sache polizeilich verfolgt werden könne, erklärt Lahovnik auf Nachfrage der Frankenpost. Vielleicht könne der Übeltäter ja geschnappt werden. „Erst kürzlich konnte der Urheber einer Sachbeschädigung ausfindig gemacht werden.“

Diese Schmierereien sind laut Bürgermeister Lahovnik eine Sachbeschädigung, die strafrechtlich verfolgt wird. „Und der Inhalt ist ebenso strafrechtlich relevant“, fügt er hinzu.

Besagte Straftat ist bereits am 27. August erstmals angezeigt worden, bestätigt ein Sprecher der Polizeiinspektion Wunsiedel. „Da scheinen die Schmierereien schon einige Tage alt gewesen zu sein“, mutmaßt die Polizei.

Doch erst seit zwei Tagen machen die diskriminierenden Schmierereien die Runde in den sozialen Kanälen. Da ereifern sich etliche Bürger, nennen die Verunglimpfung „nur noch idiotisch“, „unglaublich“ oder fragen sich: „Ich möchte nur mal wissen, was in solch kranken Köpfen alles falsch läuft?“ Andere würden die Schmierer ihre Kritzeleien „ablecken lassen“.

Dass sich angesichts dieses Themas auf der Seite „Stadt Wunsiedel und Umgebung – Früher & Heute“ eine ausufernde Diskussion entspinnt, macht die Sache auch nicht gerade menschenfreundlicher.

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