Und die Länder, die den verfassungsrechtlichen Auftrag haben, ihre Gemeinden finanziell ordentlich auszustatten, sparen allzu gern auf deren Kosten. Auch das reiche Bayern. Diesen Hintergrund sollte nicht vergessen, wer vor der Schuldenlast erschrickt, die sich in Wunsiedel aufgetürmt hat. Niemand wird ernsthaft bezweifeln, dass die Festspielstadt sparen muss. Man sollte aber nicht außer Acht lassen, dass hier Werte geschaffen wurden - auf der Luisenburg, an den Schulen oder in der Altstadt. In Wunsiedel hat kein durchgeknallter Bürgermeister das Geld einfach so zum Fenster hinaus geworfen. Vielmehr wurde in die Zukunftsfähigkeit dieser Stadt investiert. Entschieden hat dies nicht Charly Beck, sondern die Mehrheit der Stadträte. Die müssen sich dafür nicht schämen. Sie sollten aber schon gar nicht plötzlich so tun, als hätten sie die Schuldenwelle seit jeher aufhalten wollen. Dass gerade zweiter Bürgermeister Manfred Söllner (SPD) davon spricht, jetzt werde "ein Sparwillen deutlich, "den wir schon immer gefordert haben", ist sehr irritierend. Man fragt sich unweigerlich, welch höheren Mächte Söllner in den vergangenen Jahren wohl davon abgehalten haben, den Zeigefinger zu heben, wenn es ums Geldausgeben ging.