Wunsiedel - "Fasching statt Faschismus" haben sich die Wunsiedler gedacht. Mit einer lauten und lustigen Veranstaltung auf dem Marktplatz reagierte die Bürgerinitiative (BI) "Wunsiedel ist bunt" am Samstagnachmittag auf die Demonstration der rechtsextremen Gruppierung "Der dritte Weg". Diese hatte unter dem Titel "Ein Licht für Dresden" einen "Trauermarsch für die zivilen Bombenopfer" angemeldet gehabt.


Dass es den Teilnehmern dabei allerdings tatsächlich um das würdevolle Gedenken an die Toten der alliierten Luftangriffe vom 13. bis 15. Februar 1945 ging, bezweifeln viele Kritiker. Vielmehr werten sie den Marsch als Versuch, in der Region Fuß zu fassen und Neonazis aus Süddeutschland eine Heimat zu bieten, nachdem im Juli 2014 das "Freie Netz Süd" verboten worden ist.

"Wolle mer se rein lasse?" Aus weit über 200 Kehlen gab es am Samstag in Wunsiedel darauf nur eine Antwort: "Neiiin". Mit einer eindrucksvollen Aktion haben die Bürger in der Festspielstadt auf den Aufmarsch der rechtsextremen Gruppierung geantwortet. Statt Betroffenheit über das braune Gedankengut, das sich am Faschingssamstag in Wunsiedel breit machen wollte, herrscht bei eisiger Kälte fröhliches Faschingstreiben.

Auf dem Marktplatz erschallte "Viva Colonia" und "Hände zum Himmel, lasst und fröhlich sein". Wilfried Kukla, Versammlungsleiter der Bürgerinitiative "Wunsiedel ist bunt", erklärte die ausgelassene Stimmung damit, dass Wunsiedel eben mal närrisch, mal lustig, aber auf jeden Falls immer bunt sei.