In der Kürze liegt die Würze. Das weiß auch der neue Wirtschaftsminister Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Wilhelm Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg. Deshalb lässt er für gewöhnlich neun seiner elf Vornamen und dann auch noch den Freiherrn und das „von und“ einfach weg. Seine Freunde dürfen ihn sogar mit „KT“ als Kurzform für Karl-Theodor anreden, verriet uns in dieser Woche die Bild-Zeitung. Das erinnert uns nicht nur an den weniger erfolgreichen TSG (Thorsten Schäfer-Gümbel), sondern veranlasst uns auch dazu, auf ein Problem hinzuweisen: Ausgerechnet in KTs Heimat kann praktisch niemand KT aussprechen – in der weichen fränkischen Sprache klingt die Abkürzung wie Gah-De, fränkisch geschrieben wird leicht ein GD daraus. GD wird zum Beispiel als Abkürzung für Gehobener Dienst oder Generaldirektion verwendet – das war KT bestimmt klar. Mit dem Weglassen von neun Vornamen ist der Freiherr so etwas wie ein Trendsetter und findet bereits Nachahmer. Sein Ministerkollege Frank-Walter Steinmeier hat sich einfach von seinem Walter getrennt und ist nur noch der Frank. Das ist wahlkampftauglicher. Wir sind uns ganz sicher, dass der Wunsiedler Bürgermeister bei der Wahl in vier Jahren auch auf den Zug der Namensdynamiker aufspringen wird. Karl-Willi Beck ist der einzige Bürgermeister im Landkreis, der etwas zum Hergeben hat: den Willi. Die anderen Bürgermeister haben schon jetzt kurze Namen. Heinz. Theo. Bernd. Frank. T. S.