Wunsiedel Schlacht der Wörter

Elftklässler des Wunsiedler Luisenburg-Gymnasiums lernen die Kunst des Poetry-Slam kennen. Zu Gast ist Pauline Füg.

Wunsiedel - Wie Poetry-Slam funktioniert, hat ein Deutschkurs der elften Jahrgangsstufe des Luisenburg-Gymnasiums (Lugy) nun während eines Workshops in Wunsiedel erfahren dürfen. Auf Einladung der Bayernwerk AG stattete Poetry-Slam-Sternchen Pauline Füg aus Würzburg den Jugendlichen einen Besuch ab. Füg hat sich nicht nur in Deutschland, sondern auch international einen Namen gemacht. Sie ist auf den Bühnen Europas unterwegs; zusammen mit Tobias Heyel qualifizierte sie sich von 2005 bis 2017 elf Mal für die deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften.

Am Lugy erzählte Pauline Füg den Schülern von ihrem Einstieg in die Poetry-Slam-Szene. Der sei nicht leicht gewesen, da man sich erst einmal als Texterin beweisen müsse. Füg tingelte von Auftritt zu Auftritt. "Dabei habe ich immer mehr Erfahrung im Vortragen und Schreiben gewonnen."

Dann erklärte sie den Gymnasiasten mehr zur Technik beim Poetry-Slam. Diese Kunstform sei mehr als das stumpfe Runterrasseln von Wörtern. "Es geht viel mehr um den Ausdruck von Gefühlen und das Erzählen von Geschichten", sagte Füg. Jeder könne mitmachen und jede Sprache sei erwünscht, denn selbst wenn man es nicht versteht, dann "fühlt man die Worte einfach", so Füg.

Eine Kostprobe bekamen die Schüler live vorgetragen: Füg präsentierte ihr Gedicht "Einsame Insel" im Klassenzimmer. Für viele der Jugendlichen war es das erste Poetry-Slam-Gedicht, das sie je gehört hatten.

Bei aller Kreativität und Freiheit gibt es beim Slammen aber auch Regeln. Zum Beispiel müsse man den Text selbst schreiben und ein Zeitlimit einhalten, erklärte Füg. Das Publikum entscheidet mit der Vergabe von Punkten über den Gewinner.

Nachdem Pauline Füg den Schülern noch einige Tipps und Übungen gegen Lampenfieber zeigte, waren die Schüler gefragt: Jeder sollte sich nun selbst im Texten versuchen. Einige trugen ihre Werke danach in der Klasse vor. Die Texte thematisierten Wanderlust, Online-Shopping, Müdigkeit und Pinguine. Dabei wurde den Schülern klar, dass jeder das Zeug zum Schreiben hat.

Der Workshop begeisterte die Gymnasiasten und brachte ihnen eine noch für viele unbekannte Kunstform nahe. Alle sagten, sie werden sich auch künftig mehr mit Poesie beschäftigen und auch eigene Texte schreiben.

 

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