Es gibt Anlass zur Beschwerde. Denn wieder einmal sind wir Hochfranken leer ausgegangen. Beim Lotto. Fortuna hat uns bei der Ausschüttung des 35-Millionen-Jackpots die kalte Schulter gezeigt. Die fette Kohle teilen sich zwei Spieler aus anderen deutschen Landen, einer aus dem niedersächsischen Weserbergland und einer aus München. Nun, dem Weserbergland, dem sei der Geldsegen gegönnt. Weserbergland das klingt wie Fichtelgebirge und Frankenwald nach einem benachteiligen Landstrich. Die im Weserbergland werden das Geld schon gut gebrauchen können. Aber München? Ausgerechnet München! Da ist es schon wieder, dieses nagende Gefühl der Benachteiligung, das sich bei uns Hochfranken immer dann reflexartig einstellt, wenn die bayerische Landeshauptstadt und deren prosperierender Speckgürtel etwas bekommen, was es dort ohnehin schon im Überfluss gibt, und was wir auch gerne hätten: eine gute Infrastruktur, hochqualifizierte Arbeitsplätze, keine Abwanderung et cetera pp. Da passt es exakt in unser Weltbild, dass wir Hochfranken auch beim Lotto-Jackpot wieder nicht zum Zuge gekommen sind Und wer ist schuld? Auf wen können wir anklagend mit dem Finger deuten? Auf die staatliche Lottoverwaltung, die ihren Sitz natürlich! in München hat? Oder auf den Seehofer, dem nachgesagt wird, dass er nicht unbedingt ein Faible für die Franken hat? Hätte der nicht seinen Einfluss auf Fortuna für uns Hochfranken geltend machen können? Gibt es beim Lotto keinen Finanzausgleich? Doch wir sind es ja gewohnt, dass wir wie der Fuchs in der Fabel an die süßesten Trauben nicht herankommen. Bei allem Neid auf die in München, ein Quantum Trost bleibt uns: Lottomillionen sollen auch nicht glücklich machen. Übrigens: Der Fuchs, für den die Trauben zu hoch hingen, ist nach mehreren vergeblichen Versuchen, an die Früchte zu kommen, stolz erhobenen Hauptes in seinen Wald zurückgekehrt. Das sollten wir auch tun. heub
Wunsiedel Wieder nichts
Redaktion 06.02.2009 - 00:00 Uhr