Wunsiedel – Die Wunsiedler haben am Samstag einmal mehr eindrucksvoll bewiesen, dass in ihrer Stadt rechtes Gedankengut unerwünscht ist. Rund 500 Bürger nahmen am Nachmittag an einer Kundgebung am Marktplatz teil. Die Menschen zeigten dabei ihr Gesicht für Toleranz und Demokratie. „In Wunsiedel wie in ganz Oberfranken ist kein Platz für Nazis“, sagte Landtagsabgeordneter Klaus Adelt, der einer der Hauptredner war.

Der Wunsiedler Bürgermeister Karl-Willi Beck freute sich besonders darüber, dass es in der Stadt seit Jahren gelingt, ein breites Bündnis gegen de Rechten auf die Beinen zu stellen. So hatten in diesem Jahr die Bürgerinitiative „Wunsiedel ist bunt nicht braun“, die Kirchen und der Deutsche Gewerkschaftsbund zum demokratischen Widerstand aufgerufen. „Natürlich könnten sich immer noch mehr Menschen an unseren Aktionen beteiligen. Aber ich bin zufrieden. Heuer waren mehr dabei als im vergangenen Jahr“, sagte Karl Rost, Sprecher der Bürgerinitiative“, im Gespräch mit der Frankenpost.

Rund 200 Neonazis marschierten am Nachmittag im Wunsiedler Osten. An mehreren Stellen protestierten Antifa-Gruppen lautstark gegen den Zug der Neonazis. So übertönten sie zum Beispiel immer wieder die Reden der Rechtsextremen mit Tröten und Gesängen. Ein starkes Polizeiaufgebot sorgte dafür, dass sich die beiden Gruppen nicht direkt begegneten.
Das Polizeipräsidium Oberfranken zog am Abend ein erstes Fazit: So nahmen Beamte drei Personen fest, hauptsächlich wegen Beleidigungen. Eine Polizeibeamtin erlitt beim Einsatz leichte Verletzungen.

Aufmarsch der Rechten wird zum Spendenlauf:

Wunsiedel – Die Bürgerinitiative „Wunsiedel ist bunt“ hat am Samstag den Aufmarsch der Recht ironisch als Spendenlauf unter dem Motto „Rechts gegen Rechts“ umgedeutet. Für jeden Meter, den die Rechtsextremen marschierten, spendete das Bündnis Geld für die Aussteiger-Organisation „Exit“. Entlang der Strecke durften die Neonazis dann auf Transparenten oder auf dem Asphalt lesen, wie viel Geld sie für „Exit“ schon erlaufen haben. In der Nähe des Edeka-Parkplatzes waren es zum Beispiel 2500 Euro, die Projekten zugutekommen, mit den Aussteiger aus der Nazi-Szene sich ein neues Leben aufbauen können.

Wie Arno Speiser von Wunsiedel ist bunt der Frankenpost sagte, sind insgesamt 10 000 Euro zusammengekommen. Das Geld stamme von einem großen Kreis an Sponsoren aus Wirtschaft und verschiedenen Organisationen. So habe unter anderem die Wunsiedler Jugendinitiative 500 Euro gespendet. M. Bäu.

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