Wunsiedel Wer wandern will, der darf nicht stehn, der darf niemals nach hinten sehn, muss immer weiter gehn so klang es in einem von den Russlanddeutschen gerne ge-sungenen Lied beim Tag der Begegnung, zu dem die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, das Kulturzentrum Globus unter Federführung von Olga Reilender und die Stadt Wunsiedel eingeladen hatten. Die Liedzeile könnte symbolhaft über dem Schicksal der Aussiedler stehen, obwohl von wandern wollen nicht die Rede sein kann. Immer wieder in den letzten einhundert Jahren, waren sie gezwungen, sich zu verändern, wurden deportiert, umgesiedelt, verschleppt, vertrieben bis sie zurückkehrten nach Deutschland, in das Land, das ihre Vorfahren vor rund 250 Jahren auf Einladung der russischen Zarin Katharina II. verlassen hatten. Als Bauern und Handwerker ließen sie sich nieder, erarbeiteten sich mit Gottvertrauen, Fleiß und Können und dank einer Reihe von Privilegien, die die Zarin ihnen einräumte, Wohlstand und eine kulturelle Blüte ihrer Dörfer. Sie verdienten sich bei den anderen Völkern wie Russen, Ukrainern, Georgiern und Kasachen hohe Anerkennung.
Wunsiedel Wunsiedel ist die zweite Heimat
Redaktion 05.02.2008 - 00:00 Uhr