Zeitgeschichte online VHS startet Corona-Archiv Fichtelgebirge

Stellten die VHS-Aktion Corona-Archiv Fichtelgebirge vor (von links): Marc Eichner, Landrat Peter Berek, Michaele Hermannsdörfer, Uwe Kuchenbäcker und Alexander Schrott. Foto: Herbert Scharf

Eineinhalb Jahre hält die Pandemie die Welt in Atem. Mit welchen Auswirkungen? Zeitgeschichte zu dokumentieren ist das Ziel des Projekts. Jeder kann mitmachen.

Wunsiedel - Die Volkshochschule Fichtelgebirge sammelt im Internet Momentaufnahmen aus der Corona-Zeit. Die Website soll ein Stück Zeitgeschichte aus dem Fichtelgebirge dokumentieren.

Es war eine Art Geburtsstunde, zu der sich Vertreter der Volkshochschule und der Kommunen mit Landrat Peter Berek an der Spitze im großen Sitzungssaal des Landratsamtes trafen. Eine Geburtsstunde für eine eigene Website mit Schlaglichtern, Infos und Eindrücken aus der Zeit der Pandemie.

Einer Zeit, die hoffentlich bald vorbei ist, die aber das komplette Leben der Gesellschaft in vielen Ländern der Erde verändert hat. Mit Folgen, die heute gar noch nicht abzusehen sind. Die Website „Corona Archiv Fichtelgebirge“ soll in den kommenden Monaten Eindrücke, Erlebnisse, Meinungen und Momentaufnahmen aus der Corona-Zeit sammeln, aufbewahren und daran erinnern.

Ort der Erinnerungskultur

Die Website gründet auf einer Idee der VHS Fichtelgebirge, namentlich von Michaela Hermannsdörfer und Uwe Kuchenbäcker. Und zwar schon im Jahr 2020, zur ersten Welle, als das Corona-Virus das öffentliche Leben lahmlegte.

Die Idee war, einen Ort regionaler Erinnerungskultur zu schaffen. Damals ahnte noch niemand, dass weitere Wellen mit einem Lockdown folgen sollten. Dass das Virus mit der Pandemie bis weit in das Jahr 2021 das Leben der Menschen nachhaltig beeinflussen wird.

So kamen zu Beginn Landkreisbewohner zu Wort. Sie sprachen über die Auswirkungen des Lockdowns auf sie selber und Freunde. Die Menschen reagierten unterschiedlich. Manche wurden depressiv, andere aggressiv. Es gab verschiedene Meinungen zum Virus. Teils wurden die Maßnahmen kritisiert. In Interviews äußerten sich bisher Politiker, Polizeibeamte, Jugendliche, Lehrer und Schüler.

Andere wieder fanden auch positive Seiten an der Pandemie. So entdeckten sie die Schönheit der eigenen Heimat wieder, andere Jugendliche wiederum vermissten ihren Freundeskreis schmerzlich. Für Landrat Peter Berek, der auch gleich zu Beginn interviewt wurde, stand die Solidarität der Landkreisbewohner im Fokus: „Gemeinsam geht vieles besser,“ sagte er. Das kleine Virus habe das Leben für die Gesellschaft in den vergangenen Monaten komplett verändert. Die Website der VHS könne ein wertvolles Zeitdokument über die Pandemie im Landkreis werden. Hier wolle man festhalten, was Corona mit der Gesellschaft mache.

Unterschiedliche Reaktionen

Die mit den Vorsichtsmaßnahmen verbundene soziale Isolation habe manchem zu schaffen gemacht. Darauf müsse man auch in den kommenden Monaten ein waches Auge haben. Berek bedankte sich bei allen Mitwirkenden, von den Vertretern der VHS bis zu den Akteuren für die Ausführung.

So wurde das Design der Website von Marc Eichner kreiert. Die Interviews nahm Alexander Schrott auf. Für die Programmierung der Website ist Mike Keller, die Textredaktion Uwe Kuchenbäcker zuständig.

Durch die Website führte anschließend Marc Eichner. Er appellierte an die Landkreisbewohnerinnen und Bewohner, sich daran aktiv mit Beiträgen zu beteiligen.

Uwe Kuchenbäcker forderte die Fichtelgebirgler auf: „Machen Sie mit.“ In den kommenden Monaten werde weiter gesammelt, damit man auch die einzelnen Reaktionen zeitlich einordnen könne.

Michaela Hermannsdörfer bedankte sich beim Bundesprogramm „Demokratie leben“ und der Stiftung der Sparkasse Hochfranken, die die Aktion finanziell unterstützen. Ende September wolle man dann mit dem Archiv starten. Bis dahin aber müsse die Webseite weiter mit Leben gefüllt werden. Mitmachen könne jeder, egal wie alt, welcher Nationalität oder Religion er angehört. Allerdings würden die Beiträge vor der Veröffentlichung gesichtet. Beleidigungen, Verschwörungstheorien, Propaganda oder Unwahrheiten würden ausgesondert. Die Aktion sei ein Beispiel der VHS, wie man in der Region etwas für die Region tun könne.

Mitmachen erwünscht
Das Corona-Archiv-Fichtelgebirge kann nur durch die Mitwirkung Vieler interessant werden. Mitmachen kann jeder. Beiträge nimmt die VHS Fichtelgebirge entgegen. Das können Texte, Tagebucheinträge, Einsatzberichte, Aushänge, Verordnungen, Fotos, Videos, Posts, Lesungen, aber auch Kurioses sein. Die Webadresse ist www.corona-archiv-fichtelgebirge.de. Fragen beantworten Michaela Hermannsdörfer, Telefon 09287/8005123 oder E-Mail volkshochschule@vhs-fichtelgebirge.de, oder Uwe Kuchenbächer, Telefon 09231/5115 oder E-Mail marktredwitz@vhs-fichtelgebirge.de.
 

Bilder