Arzberg - Spalierstehen für einen Leichenwagen. Darin aufgebahrt ein Sarg, eingehüllt in die Nationalflagge. Im Sarg ein Kamerad, der im Einsatz sein Leben verloren hat. Für Soldaten ist das eine schwierige, eine sehr emotionale Geschichte. „Puh, das ist schon ein sehr blödes Gefühl“, sagt Alexander Wagner. Dreimal hatte er diese traurige Pflicht zu erfüllen. Drei Kameraden sind während Wagners sechsmonatigem Einsatz in Afghanistan getötet worden. Als der Arzberger im August 2004 in Kabul ankommt, ist auch der Selbstmordanschlag auf einen Bus der Bundeswehr am 7. Juni 2003 in der afghanischen Hauptstadt, bei dem vier Soldaten ihr Leben lassen, erst ein gutes Jahr her. Die Erinnerungen an das Attentat sind noch sehr lebendig. „Ich habe den ausgebombten Bus gesehen. Er stand bei uns im Camp“, erinnert sich der 42 Jahre alte Justizvollzugsbeamte.
Zeitpunkt verpasst Ärger über den „Eiertanz“ der Politik
Von Christl Schemm 15.07.2021 - 16:33 Uhr