Zentrale Leitstelle Lotsendienst in der Pflege

Mit dem richtigen Werkzeug sind auch kleine Knöpfe kein Problem: Alexandra Puchta, fachliche Leiterin der Leitstelle, demonstriert das am Beispiel des Jacketts des Hofer Landrats Oliver Bär, Gesundheitsminister Klaus Holetschek verfolgt das interessiert. Foto: Florian Miedl

Wer immer in Stadt oder Landkreis Hof Fragen zur Pflege hat, ist bei der zentralen Leitstelle Pflege Hofer Land richtig. Für Minister Holetschek „beispielgebend“.

So ist es häufig mit guten Ideen, die umgesetzt sofort naheliegend wirken: Man fragt sich, weshalb das nicht längst die Regel ist. Statt die Menschen in einen Stafettenlauf durch mehrere Stellen zu schicken, könnte man alle relevanten Pflegeberatungen und -fachstellen zusammenlegen und bedient pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige an einer Stelle. Das ist in Stadt und Landkreis Hof nun mit dem Pflegestützpunkt Hofer Land so, der in Hof am Berliner Platz 3 seinen Sitz hat. Warum nicht gleich so?, fragt man sich. Und man fragt den bayerischen Gesundheitsminister Klaus Holetschek. Der sagt: „Wir werden mit den Kommunen immer mehr darüber reden, wie wir Pflege vor Ort organisieren.“ Was in Hof entstanden ist, sei der „Idealfall“.

Holetschek holte sich bei seinem Besuch in Hof am Donnerstag also Impressionen davon ab, was in Bayern heranwachsen soll. Und was für Landrat Oliver Bär keinen Tag zu früh kommt: „In zehn Jahren wird die Leitstelle nicht mehr wegzudenken sein – und wir werden uns fragen, wie es ohne sie laufen konnte.“ Für den Minister ist die Pflegeleistelle tatsächlich „beispielgebend“, 240 000 Menschen in Bayern litten an Demenz, und niemand, der der Pflege bedarf, solle am Rand stehen. Daher sei es sinnvoll, wie in Hof einen Lotsen zu haben, der einen an der Hand nehme und einem viele Gänge erspare. Seine Mutter sei vor acht Wochen gestorben, und es erde auch einen Minister, wenn er sieht, wie emotional vieles wird, wenn jemand Nahes im Alter kämpft.

An der Leitstelle Pflege Hofer Land sind sieben Bereiche mit zwölf Mitarbeiterinnen unter einer Nummer, unter einem Dach und einer E-Mail-Adresse angesiedelt:

Netzwerk Pflege Es bündelt Angebote zur Pflege im Stadt und Landkreis Hof und soll sie an Bürger herantragen. Dessen Leiterin Alexandra Puchta koordiniert alle Mitarbeitende in der Leitstelle.

Pflegestützpunkt Dort erhalten Pflegebedürftige und deren Angehörige kostenfrei zu Themen wie Betreuung, Beantragen des Pflegegrades oder Sozialleistungen.

Fachstellen für pflegende Angehörige Dort beraten Rummelsberger, Caritas und ASD Menschen, die sich um jemand kümmern. Dazu gehören Kurse, die verhindern sollen, dass der Angehörige unter der Belastung selbst krank wird.

Fachstelle für Demenz und Pflege Oberfranken Dort kümmert man sich um Hilfsangebote für Menschen mit Demenz und Angehörige und berät, wo man welche Hilfe bekommt. Zum Angebot gehören auch Schulungen für ehrenamtliche Helfer, die kranke Menschen und Angehörigen unterstützen wollen.

Wohnberatung Kernthema dieser Stelle ist das Ziel, möglichst lange zu Hause selbstständig sein Leben führen zu können. Die Beraterin berät auch zu Hause darüber, wie man eine Wohnung oder ein Haus alters- und behindertengerecht einrichtet. Das kann vom Haltegriff bis zu kompletten Umbauten reichen. Auch junge Familien, die ein Haus bauen, gehören zur Zielgruppe, wenn sie es langfristig bewohnen wollen und später teure Umbauten vermeiden wollen.

Seniorenkoordinatorin des Landkreis Hof und Seniorenbeauftragte der Stadt Hof Dort geht es um den Austausch mit Senioren und mit Seniorenbeauftragten der Kommunen, um Bedürfnisse zu erfassen und Lösungen zu finden. Bewegungs- und Gesundheitskurse sowie Vorträge gehören auch zum Aufgabengebiet.

Unabhängige psychiatrische Beschwerdestelle Sie nimmt sich der Anliegen von Menschen mit psychischen Leiden an und formuliert auf Wunsch Beschwerden über Kliniken und Dienste.

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