Projekt „Natürlich Arbeiten“ Freiwillige verschönern den Hofer Zoo

16 Freiwillige legen im Rahmen des Projekts „Natürlich Arbeiten“ im Zoo Hand an.

Endlich können die Waschbären auch einmal in einem eigenen, kleinen Teich baden. Doch nicht nur ihr Gehege wurde in den vergangenen neun Monaten von den Freiwilligen im Rahmen des Projekts „Natürlich Arbeiten“ auf Vordermann gebracht. Bei einem Rundgang durchs Gelände präsentieren die Zoo-Mitarbeiter, was alles gemeinsam umgesetzt wurde: Zahlreiche Wege wurden verschönert, Flächen umgestaltet; Bäumen und Sträucher wurden zurückgeschnitten. Und auch an anderen Tiergehegen wurde Hand angelegt. So überspannt das Netz, das einst über dem Luchsgehege angebracht war, nun das Eulenterritorium, und in der „Zooschule“ wurde der komplette Bodenbelag erneuert. Auch bei der Umgestaltung der Volieren haben die Teilnehmer eigene Ideen eingebracht und dafür gesorgt, dass die Besucher einen besseren Überblick darüber haben, was in den Gehegen durch die Luft flattert.

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Etwa 9000 Arbeitsstunden haben die freiwilligen Teilnehmer des diesjährigen Jahrgangs von „Natürlich Arbeiten“ seit Anfang Februar im Hofer Zoo geleistet. Das hat die Geschäftsführerin der Transfer GmbH & Co. KG, Simone Pfeiffer-Harder, während der Abschlussveranstaltung vor Ort stolz resümiert. Mit dabei waren weitere Verantwortliche von Transfer und dem Hofer Jobcenter, sowie die Oberbürgermeisterin Eva Döhla, die die nachhaltigen Aspekte des Projekts lobte, und der Vorsitzende der Zoologischen Gesellschaft, Peter Gutowski.

Transfer realisiert seit Jahren Projekte wie dieses, um Langzeitarbeitslosen einen Weg in den Arbeitsmarkt zu ebnen. Dabei habe man schon einige verrückte Dinge gemacht, meint Pfeiffer-Harder und blickt dabei zurück auf die Maßnahmen der vergangenen Jahre, in denen es um die Verschönerung der Stadt ging. Für Pfeiffer-Harder ist das Projekt „Natürlich Arbeiten“ eine Herzensangelegenheit, da sie selbst eine enge Verbindung zu Hof hat und auch mit dem Zoo zahlreiche positive Erinnerungen verbindet.

Das Ziel von „Natürlich Arbeiten“ im Hofer Zoo ist, die Teilnehmer an den Arbeitsmarkt heranzuführen und sie innerhalb weniger Monate umfangreich für die Aufgabenbereiche des Landschafts- und Gartenbaus zu qualifizieren. Auch die soziale Integration spielt eine Rolle. Gabriele Wagner von Transfer erklärt: „Unser Ziel ist es, für alle eine passende Arbeitsstelle zu finden – und zwar langfristig.“ Von den insgesamt 16 Männer und Frauen, die tatkräftig im Zoo angepackt haben und dabei handwerkliche Fähigkeiten sowie Wissenswertes über Arbeitssicherheit oder Erste Hilfe gelernt haben, haben zwei direkt im Anschluss den Weg in sozialversicherungspflichtige Arbeitstellen gefunden. Für Schmitt ist das eine „Traumquote“.

Die 29-jährige Kathrin Krüger hat nach dem Ende des Projekts im Zoo ein soziales Jahr begonnen – ebenfalls im Hofer Zoo. Sie war bereits zum zweiten Mal bei „Natürlich Arbeiten“ dabei. Die Arbeit mit den Tieren hat ihre Begeisterung geweckt. „Mir macht selbst das Entmisten Spaß“, sagt Krüger und betont, wie sehr sie sich „reingehangen“ habe, um die Stelle für das Soziale Jahr zu bekommen. Mit Erfolg, denn eigentlich gibt es im Zoo nur zwei solcher Positionen pro Jahr und auf jede 80 bis 90 Bewerbungen, wie Zoochef David Pruß bestätigt. Doch die gebürtige Leverkusenerin habe überzeugt, sodass man für sie die dritte Stelle geschaffen hat. Die junge Frau war seit 2016 arbeitslos. Sie ist dem Zoo und den Initiatoren von „Natürlich Arbeiten“ dankbar für die Chance. Diese will sie nun nutzen: Im kommenden Jahr soll auf den Freiwilligendienst die Ausbildung zur Tierpflegerin mit Fachrichtung Zoo folgen. Wenn es hier nicht klappen sollte, dann werde sie es in anderen Orten mit einer Bewerbung versuchen. „Aber der Platz in Hof wäre ein Traum“, sagt Krüger.

„,Natürlich Arbeiten’ hat dazu beigetragen, den Zoo in Hof noch attraktiver zu machen“, schwärmt Carolyn Schmitt vom Jobcenter. Eine Weiterführung, die sich alle Beteiligten wünschen, ist ungewiss. Das Jobcenter stehe durch die Umstellung auf das Bürgergeld vor finanziellen Herausforderungen, die sich auswirken könnten. „Auch für mich steht die Fortsetzung der Erfolgsgeschichte mit an erster Stelle.“