Man soll des Bären Fell nicht verteilen, bevor dieser erlegt wurde. Und den Tag vor dem Abend zu loben, ist auch verpönt. Doch sich auf die Schulter zu klopfen, bevor man wirklich etwas Handfestes erreicht hat, gehört zum guten Ton in der Politik. Genauso weit weg vom Ziel des Ministerpräsidenten der 1000 neuen Windräder bis 2030, sind diese Floskeln vom Neuigkeitswert. Trotzdem suhlt der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sich nun förmlich in Eigenlob dafür, dass im ersten Halbjahr 2025 eine Rekordanzahl von Anträgen für Windenergieanlagen eingereicht wurde: 743 an der Zahl und damit ein Vielfaches vorheriger Jahre! Was dem Ministerium jedoch nur auf Nachfrage zu entlocken ist, ist die Zahl der Windräder, die tatsächlich im ersten Halbjahr im Freistaat gebaut wurden und nun Strom ins Netz einspeisen, denn diese Zahl ist nicht Eigenlob-tauglich. Zehn Stück sind es – und damit nicht mal ein Zehntel derer, die in Nordrhein-Westfalen dieses Jahr bereits aufgestellt wurden.