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Weiß oder braun? Ostern und die Farbe der Eier

Ostern und bunte Eier - das gehört für die meisten Deutschen zusammen. Wer selbst färben will, braucht dafür oft weiße Eier. Doch kaufen Verbraucher deshalb auch mehr weiße Eier - und wo kommen sie her?



Weiße Eier zum Färben
Zu Ostern steigt die Nachfrage nach weißen Eiern. Diese eignen sich besser zum Färben. Foto: Peter Endig/dpa  

Eierfärben zu Ostern ist für viele Tradition. Viele pinseln Muster auf ihre Eier. Mit weißen Eiern geht das besser als mit braunen - also sollte es zu Ostern eine erhöhte Nachfrage an weißen Eiern geben. Wichtige Fragen und Antworten rund ums Geschäft mit dem Ei.

Werden vor Ostern mehr weiße Eier gekauft als zu anderen Zeiten?

Ja. Handelsriese Edeka bestätigt, dass Verbraucher vor Ostern verstärkt weiße Eier kaufen. Diese Nachfrage könne man auch decken. «Engpässe sind uns nicht bekannt.» Es kommen also mehr weiße Eier in den Handel. Auch beim Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) heißt es, dass an Ostern im Lebensmitteleinzelhandel mehr weiße Eier gebraucht würden. Dessen Sprecher Florian Anthes sagt zur Größenordnung nur: Die Nachfrageverschiebung sei nicht so gravierend, dass es einen großen logistischen Aufwand bedeuten würde.

Wie kommen an Ostern mehr weiße Eier in den Handel?

Darüber gibt es in der Branche unterschiedliche Angaben. Der Geflügelhalterverband erklärt, dass rund um Ostern mehr braune Eier in die Verarbeitung gingen, während mehr weiße Eier in den Handel kämen. Dem widerspricht Robby Andersson von der Hochschule Osnabrück, Experte am Wissenschafts- und Informationszentrum Nachhaltige Geflügelwirtschaft (WING): «In die Verarbeitung gehen in der Regel Eier, die man als erste Ware gar nicht mehr los wird.» Er vermutet eher, dass die benötigten weißen Eier aus dem Ausland zugekauft werden. Edeka erklärt dazu, man könne die Nachfrage über die eigene genossenschaftliche Struktur mit vielen regionalen Erzeugern decken.

Wie groß ist das Geschäft mit den Eiern rund um Ostern insgesamt?

Das Geschäft mit Eiern sei rund um Ostern groß - sollte aber nicht überbewertet werden, sagt Margit Beck vom Informationsdienst Marktinfo Eier und Geflügel (MEG). «In der Karwoche rockt der Markt», sagt sie. «Aber wer kauft in der Woche nach Ostern Eier?» Die MEG geht davon aus, dass jeder Deutsche im Jahr 235 Eier pro Jahr verbraucht - eingeschlossen sind dabei auch Eier, die etwa in Nudeln oder Kuchenteig verarbeitet wurden. Im Monat um Ostern seien es durchschnittlich zwei Eier mehr pro Person, verglichen mit einem normalen Monat. Seit 2011 sei der Jahresverbrauch kontinuierlich gestiegen, sagt die MEG. Die Bedeutung von Ostern hat aber offenbar abgenommen: «Früher war Ostern das Hauptgeschäft, aber inzwischen ist das Geschäft rund um den Jahreswechsel mindestens genauso groß», sagt Wissenschaftler Andersson. Schließlich werde dann besonders viel gebacken.

Welche natürliche Eierfarbe ist in Deutschland beliebter - abgesehen von Ostern?

Die Experten sind sich einig, dass in Deutschland deutlich mehr braune als weiße Eier gegessen werden. Marktkennerin Beck spricht von 70 Prozent braunen zu 30 Prozent weißen Eiern. Das braune Ei habe ein besseres Image und werde mit einer natürlicheren und artgerechteren Haltung verbunden. In anderen Ländern sei das anders: «In Frankreich und England gibt es zu fast 100 Prozent braune Ware, in Schweden und Norwegen haben weiße Eier dagegen den klar größeren Anteil», sagt Beck. Forscher Andersson sieht auch für den deutschen Markt Hinweise darauf, dass das weiße Ei beliebter werde. Auch in der Zucht komme man mit Hühnerrassen besser klar, die weiße Eier legen. «Federpicken oder Kannibalismus sind bei diesen Tieren seltener ein Problem.»

Zum Schluss: Was bestimmt nun eigentlich, ob das Ei eines Huhns weiß oder braun ist?

Die Farben sind genetisch bedingt. Die sogenannte Schalendrüse im Legedarm des Huhns sorgt für die Farbe des Eis. Bei Hühnern, die braune Eier legen, werden dort aus dem Blut rote und aus der Galle gelbe Farbpigmente gebildet, die zusammen zu einem braunen Ei führen. Bei den «Weißlegern» unter den Hühnern produziert die Schalendrüse hingegen keinen Farbstoff. Welche Farbe die Eier eines Huhns haben, erkennt man an den «Ohrscheiben» des Huhns, den Hautlappen unter den Ohren. Weiße Ohrscheiben bedeuten in der Regel weiße Eier, rote oder rosafarbene Ohrscheiben dagegen braune Eier.

Veröffentlicht am:
13. 04. 2017
05:05 Uhr

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dpa

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13. 04. 2017
05:05 Uhr



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