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Fipronil-Skandal: Eier in Restmüll werfen oder zurückgeben

Der Skandal um Millionen giftbelastete Eier zieht weitere Kreise. Während Aldi vorerst keine Eier mehr verkauft, sehen Rewe, Edeka und Lidl keinen Grund zur Sorge. Verbraucher sollen dennoch Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.



Giftbelastete Eier
Die giftbelasteten Eier sind in weiten Teilen Deutschlands im Umlauf. Verbraucher sollen anhand der aufgestempelten Nummern überprüfen, ob ihre Eier im Kühlschrank belastet sind.   Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Mit dem Insektizid Fipronil belastete Eier aus den Niederlanden sind auch in Baden-Württemberg aufgetaucht. Von fünf Proben seien in drei Rückstände nachgewiesen worden, teilte Agrarminister Peter Hauk (CDU) mit.

Nach dem Bekanntwerden des Skandals lief im Land ein Sonderkontrollprogramm an. In einem ersten Schritt seien 19 Proben von Erzeugern aus dem Land unter die Lupe genommen worden. Sie waren negativ. Jeweils eine Probe aus Hessen und Niedersachsen sei ebenfalls nicht auffällig gewesen.

Verbraucher können anhand der aufgestempelten Nummern selbst überprüfen, ob Eier in ihrem Kühlschrank mit dem Insektizid Fipronil belastet sind. Die zuständigen Ministerien der betroffenen Bundesländer raten dazu, solche Eier zu entsorgen. Das geht ganz regulär über die Restmülltonne. Wer will, kann die betroffenen Eier jedoch auch zum Händler zurückbringen und sein Geld zurückfordern.

Der Hinweis auf eine Fipronil-Belastung ist die aufgestempelte Nummer. Welche Eier als belastet gelten und in Deutschland in den Verkauf gelangt sind, können Verbraucher auf der Website des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit erfahren. Eine simplere Übersicht hat das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz ins Netz gestellt. Sie wird nach Angaben der Behörde ebenfalls fortlaufend aktualisiert.

Darüber hinaus warnen die niederländischen Behörden vor weiteren Eiern. Sie sind zwar nur in den niederländischen Handel gelangt. Wer in den Niederlanden eingekauft hat, könnte diese Eier aber nach Deutschland gebracht haben. Solche Eier sollten Verbraucher ebenfalls nicht verzehren, sondern im Restmüll entsorgen.

Derweil hat Aldi Süd und Aldi Nord deutschlandweit sämtliche Eier aus dem Verkauf genommen. Es handele sich um eine «reine Vorsichtsmaßnahme», es könne weiter von keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung ausgegangen werden, hieß es in der Mitteilung. Von sofort an dürften nur noch Eier an Aldi geliefert werden, für die ein Nachweis vorliege, dass sie negativ auf fipronilhaltiges Anti-Läusemittel getestet seien. Die Unternehmen teilten mit, das Vorgehen werde möglicherweise dazu führen, dass es zu Engpässen bei der Versorgung mit Eiern kommt.

Die Unternehmensgruppen begründeten ihr Vorgehen den Angaben zufolge damit, dass sie «Klarheit und Transparenz» bei ihren Kunden herstellen wollten. Schon seit Anfang der Woche beziehe Aldi keine Eier mehr aus gesperrten niederländischen Betrieben. Zudem seien in den vergangenen Tagen in einzelnen Regionen Freiland-, Bodenhaltungs- und Bio-Eier vorsorglich aus dem Verkauf genommen worden, wie es weiter hieß.

Während Aldi vorübergehend Vorsichtsmaßnahmen ergreift, wollen Edeka, Rewe und Lidl auf einen radikalen Schritt zunächst verzichten. Ein Rewe-Sprecher betonte, das Unternehmen sehe derzeit «keine Veranlassung» zu einer solchen Maßnahme. Rewe beobachte die Entwicklung aber genau. «Sollten wir im Sinne unserer Kunden zu der Erkenntnis kommen, dass weitergehende Schritte notwendig werden, so werden wir entsprechend reagieren», sagte der Leiter des Rewe-Qualitätsmanagements, Klaus Mayer.

Ganz ähnlich äußerte sich Edeka. Der Handelsriese wies außerdem darauf hin, dass die Eier der Edeka-Eigenmarken ausschließlich aus Deutschland stammten. Bislang liege dem Unternehmen kein Nachweis von Fipronil darin vor.

Lidl erklärte: «Bei unauffälligen Beprobungen sehen wir keine Veranlassung, Ware kategorisch aus dem Verkauf zu nehmen.» Das Unternehmen nehme jedoch künftig ebenfalls nur noch Eier von Lieferanten an, die nachweislich negativ auf Fipronil getestet worden seien. Darüber berichtete auch die «Heilbronner Stimme».

Autor
dpa

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Veröffentlicht am:
04. 08. 2017
14:45 Uhr

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