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Was ist Federweißer?

Süß, warm und verheißungsvoll sind die Trauben: Mit dem bislang frühesten Beginn der Weinlese können sich Verbraucher auf ein Glas Federweißer freuen. Doch was ist das genau?



Traubenlese
Die ersten Solaris Trauben werden im rheinland-pfälzischen Lörzweiler geschnitten.   Foto: Andreas Arnold

In einem Weinberg in Lörzweiler bei Mainz hat am 6. August die diesjährige Weinlese offiziell begonnen. Dies ist nach Angaben des Deutschen Weininstituts der bisher früheste Lesebeginn hierzulande. Der erste Weinmost wird für die Produktion von Federweißer verwendet.

Dieser angegorene erste Wein mit einem Alkoholgehalt von etwa fünf bis sechs Volumenprozent ist in einigen Gegenden auch als Rauscher oder Neuer bekannt. Er wird in allen 13 Weinanbaugebieten in Deutschland hergestellt und meist im Direktvertrieb der Winzer oder auch im regionalen Handel verkauft.

In den bundesweiten Handel kommt vor allem Federweißer aus der Pfalz und Rheinhessen, den beiden größten deutschen Anbaugebieten. Dafür haben sich regionale Strukturen mit großen Kellereien und Abfüllbetrieben etabliert.

Für die Federweißer-Produktion werden vor allem früh reifende Rebsorten verwendet wie Solaris, Ortega, Bacchus und Huxel, etwas später in der Weinlese wird auch gern Müller-Thurgau verarbeitet. Federweißer wird zu einem großen Teil im Gutsausschank konsumiert, für die Winzer ist er ein Instrument der Kundenbindung. Über den Handel werden nach einer Schätzung der Industrie- und Handelskammer Trier bundesweit etwa elf Millionen Liter Federweißer im Jahr vertrieben. Der Anteil der deutschen Produktion liegt im Schnitt bei 50 Prozent, die andere Hälfte wird zumeist aus Italien importiert.

Seinen Namen hat Federweißer von den kleinen Hefeteilchen, die von der Kohlensäure im Gärungsprozess aufgewirbelt werden und wie kleine Federn im Glas tanzen. Verbreitet ist die Mahnung, dass die Süße im Federweißen über den Alkoholgehalt hinwegtäuscht und dass deswegen Federweißer schneller berauschend wirken kann als erwartet.

Beim Verkauf in Flaschen mit einer luftdurchlässigen Kapsel hat die Gärung gerade erst eingesetzt, sodass empfohlen wird, den Federweißen noch einen Tag bei Zimmertemperatur gären zu lassen, bis ein Alkoholgehalt von fünf bis sechs Volumenprozent erreicht ist. Im rheinhessischen Zentrum der Federweißer-Kultur dauert die Saison bis etwa Ende Oktober. Der neue Wein soll einen ersten Vorgeschmack auf den neuen Jahrgang geben.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
07. 08. 2018
10:27 Uhr

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07. 08. 2018
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