Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimJubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"WohnzimmerkunstBlitzerwarnerCoronavirus

 

Fertiggerichte sollen gesünder werden

Im Kampf gegen «Dickmacher» mit vielen Kalorien will die Bundesernährungsministerin die Lebensmittelbranche ins Boot bekommen. Nun liegt ein Plan vor. Kritiker sind davon aber nicht begeistert.



Pizza
Fertiggerichte wie Tiefkühlpizza sollen in Zukunft weniger Fett, Salz und Zucker enthalten.   Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Für eine gesündere Ernährung sollen Fertiggerichte wie

Tiefkühlpizza künftig schrittweise mit weniger Fett, Salz und Zucker

auskommen. Auch Portionsgrößen von Produkten sollen kleiner werden,

um Übergewicht gerade bei Kindern zu vermeiden.

Das sieht eine

Grundsatzvereinbarung vor, die Bundesernährungsministerin Julia

Klöckner (CDU) mit mehreren Branchenverbänden geschlossen hat. Bis

Jahresende sollen Details erarbeitet werden und dann als Beitrag der

Wirtschaft in eine generelle Strategie der Regierung einfließen.

Klöckner begrüßte die Bereitschaft der Verbände. «Die Wirtschaft

erkennt erstmals an, Teil der Lösung des Problems Übergewicht zu

sein», sagte sie. In den nächsten Wochen müssten nun

konkrete Zielvereinbarungen folgen. Der Grundsatzvereinbarung zufolge

geht es darum, «auf freiwilliger Basis eine möglichst breite

Mitwirkung der Wirtschaftsunternehmen zu erreichen». Belange von

Handwerksbetrieben sollen im Blick behalten werden.

Ein erster Anlauf für eine solche Strategie der alten großen

Koalition hatte heftige Proteste der Branche ausgelöst. Manche

Hersteller setzen aber schon ähnliche Programme um.

Laut Ministerium verpflichtet sich die Ernährungsindustrie, ab 2019

den Gehalt an Zucker, Fetten und Salz in Fertiggerichten schrittweise

zu senken - bis 2025 sollen die gesetzten Ziele dann erreicht sein.

Der Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft BLL betonte, es gelte,

die Verbraucher bei der Änderung von Rezepturen mitzunehmen. Eine

Reduktion von Nährstoffen, die nicht nur Geschmacksträger sind,

sondern auch technologische Funktionen bei der Herstellung hätten,

gehe nicht von heute auf morgen, sondern müsse schrittweise erfolgen.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte die Pläne und hielt

Klöckner einen «Kuschelkurs» gegenüber der Branche vor. Die

Vereinbarung überlasse es den Unternehmen selbst, welche Zielvorgaben

sie sich setzten, und lasse ihnen dafür auch noch bis 2025 Zeit.

Klöckner sagte, es gelte, die Häufigkeit krankmachenden Übergewichts

und ernährungsmitbedingter Krankheiten zu senken. In Deutschland

seien 43 Prozent der Frauen, 62 Prozent der Männer und 15 Prozent der

Kinder übergewichtig. Zu viel Zucker, Fett und Salz erhöhten auch das

Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
16. 10. 2018
17:24 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Boote Branchenverbände CDU Fertiggerichte Foodwatch Große Koalition Julia Klöckner Kritiker Lebensmittelwirtschaft Verbraucherorganisationen Zucker Übergewicht
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Teetrinkendes Baby

15.05.2020

Baby- und Kindertees müssen künftig zuckerfrei sein

Bunte Figuren auf Lebensmittelpackungen sollen gerade Kinder locken. Doch im Kampf gegen Übergewicht und unausgewogene Ernährung stehen auch solche Produkte in der Kritik. Für Zucker kommt nun ein Verbot. » mehr

Nutri-Score

01.04.2020

Nach Zusagen: Enthalten Fertigprodukte jetzt weniger Zucker?

Weniger Salz in Tiefkühlpizzen, weniger Zucker im Kinder-Müsli: Um bei «Dickmachern» gegenzusteuern, will die Bundesregierung Hersteller zu freiwilligen Umstellungen bewegen. Hat sich da schon was getan? » mehr

Das neue Nährwert-Logo

30.09.2019

Favoritensieg beim Nährwert-Logo

Es ging um eine Art Frieden nach jahrelangem Streit: Muss für viele Lebensmittel eine extra Nährwertkennzeichnung kommen? Und wie soll die dann aussehen? Am Ende ist das Ergebnis klar und eindeutig. » mehr

Nährwert-Logo

14.08.2019

Wahlkampf um das neue Nährwert-Logo

In welchem Joghurt sind weniger «Dickmacher»? Welche Tiefkühlpizza hat mehr Fett? Verbraucher sollen das leichter auf der Packung sehen können - doch wie? Ein von vielen favorisiertes Siegel bekommt durch das Ergebnis ei... » mehr

Nutri-Score

13.09.2019

Wie wird das Nährwert-Logo Nutri-Score angenommen?

Eine Skala von grün bis rot, die zeigt, wie viel Fett und Zucker in Lebensmitteln steckt - das ist das Prinzip des Nutri-Scores. Aber wie kommt das Logo bei Verbrauchern an? » mehr

Nutri-Score

15.05.2019

Welches Nährwert-Logo hilft bei einer gesunden Ernährung?

In welchem Müsli sind weniger «Dickmacher»? Welcher Joghurt hat mehr Zucker? Supermarktkunden sollen das leichter auf der Packung sehen können - am besten auf einen Blick. Gibt es geeignete Vorbilder? » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
16. 10. 2018
17:24 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.